Österreichs Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (NEOS) hat Montenegro bei einem Besuch in der Hauptstadt Podgorica die Unterstützung Österreichs für den EU-Beitritt zugesichert. Das Land habe die Ziellinie fast erreicht, so die Botschaft – jetzt komme es auf den Schlussspurt an.
„Die letzten Meter“
„Der EU-Beitritt Montenegros ist in Reichweite. Jetzt geht es darum, die letzten Meter mit voller Entschlossenheit zu gehen“, teilte das Außenministerium laut oe24 nach dem Treffen mit. Meinl-Reisinger reiste gemeinsam mit ihren Amtskollegen aus Tschechien und der Slowakei an, im Rahmen des sogenannten Slavkov-Formats. Auf montenegrinischer Seite nahmen Staatspräsident Jakov Milatović, Premierminister Milojko Spajić und Außenminister Ervin Ibrahimović an den Gesprächen teil. Im Mittelpunkt standen der EU-Beitritt sowie die Zusammenarbeit in Wirtschaft, Energie und Sicherheit.
„Auch im eigenen Interesse“
Österreichs Unterstützung begründete Meinl-Reisinger nicht nur mit Überzeugung: „Das tun wir aus Überzeugung, aber auch im eigenen Interesse: Kaum ein Land hat von früheren Erweiterungen so profitiert wie Österreich.“ Laut Ministerium zählt Österreich zu den großen ausländischen Investoren in Montenegro, vor allem im Bank- und Versicherungswesen sowie bei der Infrastruktur. Dazu kommt eine langjährige Zusammenarbeit von Militär und Polizei. Meinl-Reisinger verwies zudem auf Erhebungen, wonach die Bevölkerung Montenegros den EU-Beitritt deutlich unterstütze.
Gemeinsame Bedrohungen
Auch die Sicherheitslage war Thema. „Die EU und der Westbalkan stehen vor denselben Bedrohungen: Hybride Angriffe, gezielte Desinformation und Einflussnahme von außen setzen unsere Demokratien unter Druck“, sagte die Außenministerin. Für April 2027 ist in Wien deshalb eine internationale Konferenz zu diesem Thema geplant.
Was das Slavkov-Format ist
Das Slavkov-Format, benannt nach der tschechischen Stadt Slavkov, dem früheren Austerlitz, bringt Österreich, Tschechien und die Slowakei zur informellen Zusammenarbeit zusammen. Es geht etwa um gemeinsame Positionen zu europäischen Zukunftsfragen. Österreich hat derzeit den Vorsitz.
Credits: BKA-Tarek Wilde
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