Meinl-Reisinger in Kolumbien: Zwischen High-Tech-Seilbahnen und harter Politik

Meinl-Reisinger in Kolumbien: Zwischen High-Tech-Seilbahnen und harter Politik

Während daheim der politische Alltag tobt, jettete Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (NEOS) nach Kolumbien. Auf dem Programm standen nicht nur der EU-CELAC-Gipfel, sondern auch ein Besuch bei einem österreichischen Vorzeigeprojekt: einer Seilbahn des Unternehmens Doppelmayr, die das Leben zehntausender Menschen in Bogotá revolutioniert.

Gipfeltreffen mit ernstem Hintergrund

Meinl-Reisinger vertrat Kanzler Christian Stocker (ÖVP) beim vierten Gipfel der Gemeinschaft der Lateinamerikanischen und Karibischen Staaten (CELAC) und der Europäischen Union. In der Küstenstadt Santa Marta einigten sich die Vertreter von 60 Staaten auf eine engere Zusammenarbeit in Politik, Wirtschaft und Umweltfragen. Im Mittelpunkt standen dabei die gemeinsamen Werte wie Demokratie und Rechtsstaatlichkeit. Meinl-Reisinger betonte die Wichtigkeit, verlässliche Partner zu finden, gerade in unsicheren Zeiten. „Es ist spürbar, dass hier vor allem kleinere, karibische Staaten massiv unter Druck geraten. Umso wichtiger ist es, dass wir zusammenhalten“, so die Ministerin nach Gesprächen mit Vertretern aus Kolumbien, Brasilien und Mexiko.

Hightech aus Österreich schwebt über Bogotá

Ein besonderer Höhepunkt der Reise war der Besuch im Stadtviertel Ciudad Bolívar in der Hauptstadt Bogotá. Dort traf sich Meinl-Reisinger mit Bürgermeister Carlos Fernando Galán und besichtigte eine Stadtseilbahn, die 2018 vom Vorarlberger Unternehmen Doppelmayr gebaut wurde. Was für uns nach Skiurlaub klingt, ist dort eine Verkehrsrevolution. Täglich nutzen 25.000 Menschen die Bahn und sparen sich enorm viel Zeit: Statt über einer Stunde im Stau brauchen sie nur noch 13 Minuten zum zentralen Bus-Terminal. Alejandro Zambrano, Geschäftsführer von Doppelmayr Kolumbien, erklärte laut oe24.at: „Diese Seilbahn hat das Leben der Menschen, die in Ciudad Cristóbal leben, deutlich verbessert.“ Der Stadtteil sei sicherer geworden und die Bewohner hätten bessere Job- und Bildungschancen.

Harte Verhandlungen über Handel und Migration

Neben den strahlenden Bildern bei der Seilbahn ging es aber auch um knallharte Interessen. Meinl-Reisinger warb intensiv für das umstrittene Mercosur-Handelsabkommen. „Wenn andere Mauern aufziehen, müssen wir Brücken bauen“, erklärte die Außenministerin und sprach von der größten Freihandelszone der Welt mit über 700 Millionen Menschen, die dadurch entstehen könnte.

Auch das heikle Thema Migration stand auf der Agenda. Ein Abkommen über Mobilität soll unterzeichnet werden, das auch die Rücknahme von Staatsbürgern ohne Aufenthaltstitel in der EU regelt. In diesem Zusammenhang besuchte die Ministerin eine Sprachschule, in der Kolumbianer Deutsch lernen, um in Österreich in der Pflege zu arbeiten. Der Kampf gegen die organisierte Kriminalität und den Drogenhandel war ebenfalls Thema, wobei Meinl-Reisinger die gute Kooperation mit den kolumbianischen Behörden lobte, die erst kürzlich zur Zerschlagung eines Menschenhändlerrings in Tirol geführt habe.

Credits: APA

Quelle: oe24

Teilen:
0 0 Abgegebene Stimmen
Artikel Bewertung
Abonnieren
Benachrichtigung von
guest

0 Kommentare
Älteste
Neuestes Meistgewählt
0
Ich würde mich über Ihre Meinung freuen, bitte kommentieren Sie.x