Meinl-Reisinger auf EU-Erweiterungs-Mission

Meinl-Reisinger auf EU-Erweiterungs-Mission

Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (NEOS) hat einiges vor: Sie will die Europäische Union nicht nur nach Osten, sondern auch nach Norden erweitern. Bei einer Pressekonferenz in Wien mit EU-Erweiterungskommissarin Marta Kos ließ sie keinen Zweifel an ihrer Vision:

„Aus meiner Sicht spricht gar nichts dagegen, dass wir uns auch im Norden erweitern“, erklärte sie entschlossen.

Island im Visier: Reise mit klarer Botschaft

Die NEOS-Chefin plant eine Reise nach Island, um dort für die EU-Mitgliedschaft zu werben. Wie sie selbst betonte, habe sie dies kürzlich mit ihrer isländischen Amtskollegin Þorgerður Katrín Gunnarsdóttir vereinbart. „Ich werde berichten, welche großen Vorteile wir vor 30 Jahren durch unseren Beitritt gewonnen haben“, so Meinl-Reisinger. Dabei geht es nicht nur um wirtschaftliche Argumente, sondern auch um geopolitische Zusammenarbeit in unsicheren Zeiten.

Norwegen und Island: Positive Signale aus dem Norden

EU-Erweiterungskommissarin Marta Kos sieht ebenfalls Bewegung in den nordischen Ländern. In Island wolle die Regierung zunächst die Bevölkerung befragen, bevor weitere Verhandlungen mit der EU aufgenommen werden. Laut Kos stehen die Umfragen derzeit bei 60 zu 40 Prozent für Verhandlungen. Auch in Norwegen, das am Montag ein neues Parlament wählte, werde das pro-europäische Sentiment immer stärker. „Europa rückt in solchen geopolitischen Zeiten zusammen“, ergänzte Meinl-Reisinger.

Westbalkan bleibt im Fokus

Trotz des Blicks nach Norden bleibt der Westbalkan ein zentrales Thema. Meinl-Reisinger betonte, dass Österreich als EU-Nettozahler stark vom Beitritt der wirtschaftlich schwächeren Westbalkanländer profitieren würde. „Hier wären wir ein Nettoprofiteur“, erklärte sie und sieht in der Erweiterung eine „Riesenchance wirtschaftlich“.

Und was ist mit der Schweiz?

Ein EU-Beitritt der Schweiz? Laut Kos eher ein Wunschtraum. Sie zitierte ihren Schweizer Ehemann: „Wahrscheinlich werden du und ich dann nicht mehr leben.“ Auch Kanada wurde in Wien als hypothetisches EU-Mitglied ins Spiel gebracht, doch Kos winkte ab: „Nach der derzeitigen rechtlichen Lage nicht.“

Quellen: vol.at
Credits: APA

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