Mehrwertsteuer-Halbierung: So viel bleibt wirklich im Geldbörserl!

Mehrwertsteuer-Halbierung: So viel bleibt wirklich im Geldbörserl!

Ab Juli 2026 wird das Leben in Österreich ein kleines Stückchen günstiger – zumindest für jene, die regelmäßig Grundnahrungsmittel einkaufen. Die Bundesregierung hat beschlossen, die Mehrwertsteuer auf diese Produkte von 10 auf 5 Prozent zu senken. Doch was bedeutet das konkret für die Haushalte?

100 Euro Ersparnis pro Jahr – ein Tropfen auf den heißen Stein?

Laut Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) soll die Maßnahme eine Entlastung von rund 100 Euro pro Jahr für den durchschnittlichen Haushalt bringen. Das klingt zunächst vielversprechend, doch die genaue Wirkung hängt stark davon ab, welche Produkte tatsächlich unter die Kategorie „Grundnahrungsmittel“ fallen. Milch, Brot, Eier und Äpfel sind im Gespräch, aber die endgültige Liste wird erst noch ausgearbeitet.

Wie der Handelsverband betont, wird der Handel die Steuerreduktion „nach Möglichkeit 1:1“ an die Konsumenten weitergeben. Doch ob das wirklich so kommt, bleibt abzuwarten. Die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) soll jedenfalls streng kontrollieren, dass die Preise tatsächlich sinken.

Gegenfinanzierung: Plastikabgabe und Paketsteuer

Natürlich kommt die Steuererleichterung nicht ohne Preis. Um die geschätzten 400 Millionen Euro Kosten zu decken, plant die Regierung eine Abgabe auf nicht recycelbares Plastik sowie eine Paketsteuer für Lieferungen aus Drittstaaten wie China. Kritiker wie die FPÖ warnen bereits vor neuen Belastungen für die Bevölkerung.

Inflation: Ein Tropfen auf den heißen Stein?

Die Nationalbank (OeNB) rechnet vor, dass die Maßnahme die Inflation einmalig um 0,5 Prozentpunkte senken könnte. Doch Experten sind sich uneins: Während das WIFO die Senkung begrüßt, kritisiert das IHS die Maßnahme als „sozialpolitisch nicht treffsicher“. Auch die Grünen zeigen sich skeptisch und werfen der Regierung vor, mit großen Worten zu glänzen, ohne nachhaltige Lösungen zu bieten.

Quellen: oe24.at, orf.at, handelsverband.at, krone.at, zeit.de
Credits: APA

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