Mehr als die Hälfte der Österreicher unzufrieden mit der Ampel

Mehr als die Hälfte der Österreicher unzufrieden mit der Ampel

Die Ampelkoalition aus ÖVP, SPÖ und NEOS hat ein gravierendes Zustimmungsproblem. Laut der aktuellen Lazarsfeld-Umfrage für oe24 sind mittlerweile 52 Prozent der Österreicher mit der Regierung unzufrieden – und das, obwohl sie seit März 2025 im Amt ist.

Die nackten Zahlen

Wie oe24 berichtet, ergibt die aktuelle Erhebung der Lazarsfeld Gesellschaft ein klares Bild: 36 Prozent der Befragten sind „sehr unzufrieden“ mit der Arbeit der Koalition, weitere 16 Prozent schlicht „unzufrieden“ – zusammen also 52 Prozent. Auf der anderen Seite finden gerade einmal 4 Prozent die Regierungsarbeit „sehr gut“, 16 Prozent bewerten sie als „gut“. Lediglich 20 Prozent zeigen sich also in irgendeiner Form zufrieden.

Das ist eine politisch relevante Schieflage: Mehr als doppelt so viele Österreicher sind unzufrieden wie zufrieden.

Schlechter als Schwarz-Grün

Besonders pikant ist der historische Vergleich, den oe24 zieht. Vor exakt zwei Jahren – im Februar 2024, wenige Monate vor der Nationalratswahl – waren mit der damaligen ÖVP-Grünen-Koalition unter Nehammer und Kogler 50 Prozent der Bevölkerung unzufrieden. Der Wert für „sehr unzufrieden“ hatte damals nie die 35-Prozent-Marke überschritten, und 22 Prozent zeigten sich immerhin zufrieden.

Die Ampelkoalition schneidet damit in der Zufriedenheitsfrage schlechter ab als Schwarz-Grün – ein Koalitionsformat, das nach der Wahl 2024 von vielen als gescheitert galt.

Selbst ÖVP-Wähler kaum begeistert

Aufschlussreich ist auch der Blick auf die Wählergruppen. Laut oe24 ist die Zufriedenheit mit der Ampel bei ÖVP-Wählern am höchsten – und liegt trotzdem nur bei 47 Prozent. Das bedeutet: Nicht einmal die Hälfte der eigenen Stammwähler ist mit der Regierung zufrieden. Am anderen Ende der Skala befinden sich FPÖ-Anhänger, von denen nur 5 Prozent der Ampel etwas Positives abgewinnen können.

Strukturproblem, kein Ausreißer

Die aktuellen Werte stehen nicht allein. Wie frühere Lazarsfeld-Erhebungen für oe24 zeigen, war die Zufriedenheit mit der Ampel seit ihrer Bildung nie hoch. Im Mai 2025 – nach Präsentation des Sparpakets – waren bereits 45 Prozent unzufrieden, im Dezember 2025 waren es sogar 55 Prozent. Der aktuelle Wert von 52 Prozent liegt also etwas besser als das Dezember-Tief, zeigt aber keinen nachhaltigen Aufwärtstrend.

Gleichzeitig zeigt die Parteienstärke: Bei einem Wahlergebnis wie in den aktuellen Umfragen hätten ÖVP, SPÖ und NEOS gemeinsam nur 87 Nationalratsmandate – und damit keine parlamentarische Mehrheit. Diese liegt bei 92 Sitzen.

Was die Ampel für sich verbuchen kann

Dabei ist die Bilanz nicht vollständig negativ. Die Koalition hat das Budgetdefizit der Vorgängerregierung angepackt, die Inflation ist gesunken, und erstmals seit drei Jahren gibt es wieder ein leichtes Wirtschaftswachstum. Diese Leistungen scheinen bei der Bevölkerung aber bislang kaum anzukommen – oder zumindest nicht in Zustimmung umgemünzt zu werden.


Quelle: Lazarsfeld Gesellschaft für oe24, Erhebungszeitraum 9.–17. Februar 2026, n=2.000, max. Schwankungsbreite 2,2 %
Credits: APA

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