Am frühen Dienstagmorgen hat die nordrhein-westfälische Polizei den bislang größten Einsatz gegen Rockerkriminalität in der Geschichte des Bundeslandes gestartet. Auslöser ist ein Vereinsverbot gegen den Hells-Angels-Ableger in Leverkusen.
Verein verboten, Razzia gestartet
Das NRW-Innenministerium hat den „Hells Angels Motorcycle Club Leverkusen“ verboten – und unmittelbar danach handeln lassen. Wie die Salzburger Nachrichten unter Berufung auf das Innenministerium Düsseldorf berichteten, rückten in den frühen Morgenstunden des 28. April rund 1.200 Beamte aus und durchsuchten mehr als 50 Objekte in 28 Städten gleichzeitig. Auch Spezialeinsatzkräfte, Spürhunde und gepanzerte Fahrzeuge waren im Einsatz.
Das Ministerium bezeichnet den Einsatz als einen der „größten Einsätze zur Bekämpfung der Rockerkriminalität in der Geschichte des Bundeslandes“. Hintergrund sind laut t-online umfangreiche Ermittlungen des Polizeipräsidiums Düsseldorf unter Leitung der ZeOS – der Zentralstelle für die Verfolgung Organisierter Straftaten in NRW – wegen des Verdachts der Bildung und Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung.
28 Städte, darunter Leverkusen, Köln und Dortmund
Die Durchsuchungen erfassten laut t-online Wohnungen und Geschäftsräume von Vereinsmitgliedern und Unterstützern in einem Dutzend Städte des Ruhrgebiets und darüber hinaus: Leverkusen, Köln, Langenfeld, Monheim, Solingen, Dortmund, Oberhausen, Ahaus, Velbert, Duisburg, Bergheim, Gummersbach, Kempen, Herne, Voerde, Bielefeld, Bochum, Dinslaken, Lünen und Marienheide. Auch das Vereinsheim der Hells Angels in Hilden wurde durchsucht.
469 Mitglieder – Club wuchs zuletzt stark
Die Hells Angels in NRW sind keine Randerscheinung. Wie die Salzburger Nachrichten unter Berufung auf LKA-Daten berichteten, zählte der Club zuletzt 469 Mitglieder in 29 Chaptern – und war damit die größte Rockergruppe im Bundesland, noch vor den „Freeway Riders“ mit 403 Mitgliedern. Besonders brisant: Ein Teil des Wachstums geht auf Überläufer aus dem verfeindeten Bandidos-Verband zurück.
Es ist nicht das erste Verbot eines NRW-Ablegers. Wie die Salzburger Nachrichten berichteten, hatte Innenminister Herbert Reul (CDU) bereits 2017 den Chapter „Hells Angels MC Concrete City“ verboten und aufgelöst – das Oberverwaltungsgericht Münster hatte das Verbot 2021 bestätigt.
Credits: Von Lee Brimelow from San Francisco Bay Area, USA – Hells Angels, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=10351488
Neueste Kommentare