Mediencoaching-Skandal: Erster SPÖ-Promi kritisiert offen Babler

Mediencoaching-Skandal: Erster SPÖ-Promi kritisiert offen Babler

Der SPÖ-Bundesparteichef, der einen Coach braucht, um eine ORF-Pressestunde zu überleben und dafür noch 6000 Euro Steuergeld an eine Werbe-Agentur verschiebt, die von der Ex-SPÖ-Pressedienst-Chefredakteurin geleitet wird – der Mediencoaching-Skandal belastet Andreas Babler immens. Jetzt meldet sich dazu der erste SPÖ-Promi mit offener und harter Kritik.

„Wenn einer jemanden braucht, der ihm die Inhalte vorbereitet und dann auch noch jemanden braucht, der ihm erklärt, wie er die Inhalte sagen soll, dann kann ja gleich wer anderer hingehen. Dann ist er nicht die glücklichste Besetzung in der Politik“ – so kritisiert nun Ex-Nationalratsabgeordneter und TV-Talkstar Josef Cap (SPÖ) den Vizekanzler nach dem Auffliegen des Mediencoaching-Skandals in seiner aktuellen Talk-Sendung auf oe24TV.

Wie von exxtra24 berichtet, hat Andreas Babler in einer Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage von Alma Zadic (Grüne) bestätigt, dass er sich um knapp 6000 Euro von der Wiener Werbe- und Krisenkommunikationsagentur bettertogether GmbH trainieren ließ. Zwei interessante Fakten dazu, die dem Fall einen sehr strengen Geruch geben: Eine der Geschäftsführerinnen von bettertogether ist die frühere SPÖ-Pressedienst Chefredakteurin, und bei der Werbe-Agentur arbeitete bis vor kurzem Bablers aktuelle Kommunikationschefin. Die FPÖ sieht einen mutmaßlichen Fall von Nepotismus, von Vetternwirtschaft gegeben.

Warum hat Kommunikationsexperte Babler ein Kommunikations-Coaching nötig?

Außerdem stellt sich die Frage, warum Babler generell als Absolvent der Donau-Uni und angeblicher Kommunikationsexperte eine externe Beratung nötig hat? Außerdem hätte er auch noch 20 (!) Medienmitarbeiter in seinem Ministerium, von denen zumindest einige ihn durchaus gut beraten könnten.

Josef Cap – er war ein grandioser Redner im Nationalrat – hat dies nun auch etwas verärgert: „Wenn ich nicht mit dem allem zu Rande komme, dann bin ich ebnen nicht die glücklichste Besetzung in der Politik.“

Übrigens: Auch Bablers Parteifreundin Korinna Schumann ließ sich coachen – mit einem Stundensatz von mehr als 1500 Euro. Und mit der Anfrage von Alma Zadic (Grüne) flog auch auf, dass sich der erst 35 Jahre alte Bildungsminister Christoph Wiederkehr (NEOS) vor einer 08/15-Pressekonferenz von einer mit Steuergeld bezahlten Visagistin verschönern lassen hat. Außerdem bestellte Wiederkehr in nur 100 Tagen Leistungen von externen Beratern in der Höhe von 126.000 Euro (www.exxtra24.at/bildungsminister-35-heuert-visagistin-auf-kosten-der-steuerzahler-an/).

Einer der letzten großen Denker der SPÖ: Josef Cap – er ist wöchentlich bei oe24TV zu sehen.

Credits: APA

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