Martha Schultz räumt auf: Fünf mächtige Vizechefs fliegen per E-Mail raus

Martha Schultz räumt auf: Fünf mächtige Vizechefs fliegen per E-Mail raus

Martha Schultz fackelt nicht lange. Die neue starke Frau an der Spitze des ÖVP-Wirtschaftsbundes greift hart durch. Kurz nach dem Abgang von Harald Mahrer zieht die Tirolerin die Zügel an und setzt mächtige Funktionäre kurzerhand vor die Tür.

Knallharter Rauswurf der Länder-Chefs

Die Aufräumarbeiten in der ÖVP-Teilorganisation laufen auf Hochtouren. Die neue Präsidentin hat all ihren fünf Stellvertretern den Stuhl vor die Tür gestellt. Darunter befinden sich äußerst einflussreiche Landespräsidenten der Wirtschaftskammer. Besonders brisant: Die Entmachtung der Vizechefs erfolgte offenbar völlig emotionslos über eine simple E-Mail. Um ihren neuen Kurs schnell abzusichern, hat Schultz zudem die Generalversammlung auf den 17. April vorverlegt.

Ein ramponiertes Image aufpolieren

Warum diese radikalen Schritte? Die Organisation steht nach den jüngsten Debatten enorm unter Druck. Wie die Kleine Zeitung berichtet, wandte sich Schultz in einer Nachricht direkt an die Mitarbeiter und Funktionäre. Sie stellte unmissverständlich klar, dass sie den Ernst der Lage verstanden hat. Es geht um die nackte Glaubwürdigkeit der Interessenvertretung. Die Wirtschaftskammer muss laut Schultz genau jetzt zeigen, dass sie zur Veränderung bereit ist, und nicht erst in ferner Zukunft.

Dass diese Veränderung dringend nötig ist, gab sie auch öffentlich zu. Wie der ORF berichtet, räumte die 62-jährige Seilbahn-Unternehmerin bei einer Rede vor dem Wirtschaftsparlament unumwunden ein, dass das Image der Kammer aktuell völlig ramponiert sei. Sie plant zwar keine blinde Revolution, fordert aber eine tiefgreifende Reform, um das verlorene Vertrauen zurückzugewinnen. Wir sehen hier eine Führungskraft, die den unpopulären, aber nötigen Weg einschlägt.

Die neuen Spielregeln

Um die verkrusteten Strukturen aufzubrechen, setzt Schultz auf schonungslose Transparenz. Eine eigens eingesetzte Reformgruppe soll nun die gesamten Abläufe, von der Finanzierung bis zum Wahlrecht, streng überprüfen. Bereits im ersten Halbjahr 2026 sollen die ersten konkreten Ergebnisse auf dem Tisch liegen. Bis dahin macht die Interims-Chefin klar: Die alten Zeiten im Wirtschaftsbund sind endgültig vorbei.

Quellen: oe24, Kleine Zeitung, ORF
Credits: APA

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