In der österreichischen Innenpolitik brodelt es gewaltig. Im Zentrum des Sturms: Wirtschaftskammer-Präsident Harald Mahrer. Nach heftiger Kritik aus den eigenen Reihen und offenen Rücktrittsforderungen wegen umstrittener Gagenerhöhungen scheint sein Sessel gehörig zu wackeln. Wie diverse Medien berichten, zitieren Insider bereits seinen bevorstehenden Rücktritt. Während sich Mahrer selbst in Schweigen hüllt und sein Sprecher laut APA-Anfrage „keinen Kommentar“ abgeben will, läuft die Gerüchteküche zur Nachfolge bereits auf Hochtouren.
Zehetner als logische Nachfolgerin?
Eine Kandidatin sticht sofort ins Auge: Elisabeth Zehetner. Die amtierende Staatssekretärin im Wirtschaftsministerium kennt die Wirtschaftskammer wie ihre Westentasche. Ihre Karriere führte sie durch zentrale Positionen der Organisation, von der Bundesgeschäftsführerin von „Frau in der Wirtschaft“ bis zur Leitung des Kommunikationsmanagements. Doch auf Anfrage der APA wiegelt Zehetner ab und stärkt Mahrer den Rücken. Sie schätze ihn für seine „Integrität und Tatkraft“ und sei überzeugt, dass er die Gestaltungskraft habe, die Wogen zu glätten. Ein klares Bekenntnis – doch in der Politik kann sich das Blatt schnell wenden.
Wer noch im Rennen ist
Neben Zehetner werden weitere Namen gehandelt. Die Kammerchefinnen aus Tirol und Oberösterreich, Barbara Thaler und Doris Hummer, werden ebenfalls als mögliche Nachfolgerinnen genannt. Allerdings, so meinen Beobachter, könnten sie durch ihre Verwicklung in die umstrittenen Entgelt-Erhöhungen in den Länderkammern bereits aus dem Rennen sein. Ihnen fehle zudem der nötige Rückhalt aus anderen Bundesländern.
Ein Übergangskandidat zur Beruhigung
Um wieder Ruhe in die aufgeheizte Stimmung zu bringen, fällt auch der Name eines alten Bekannten: Karlheinz Kopf. Der frühere Generalsekretär der Bundeswirtschaftskammer und jetzige Präsident der Vorarlberger Landes-Wirtschaftskammer gilt als erfahrener Fels in der Brandung. Mit seinen 68 Jahren wäre er aber wohl nur ein Übergangskandidat. Zudem, so wird gemunkelt, wünsche man sich an der Spitze einen „gestandenen Unternehmer“ – eine Beschreibung, die auf den ehemaligen PR-Profi Mahrer nie ganz zutraf und auch bei Kopf Fragen aufwirft. Dieser wollte gegenüber der APA vorerst keine Stellungnahme abgeben.
Credits: APA
Quellen: APA, oe24
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