„Männergewalt-Expertin Maria Rösslhumer fordert Maßnahmen gegen Männergewalt

„Männergewalt-Expertin Maria Rösslhumer fordert Maßnahmen gegen Männergewalt

Nach einem weiteren Femizid in Österreich, bei dem ein Mann seine Frau tötete, wies die „Expertin für Männergewalt“, Maria Rösslhumer, in der ZIB 2 auf dringenden Handlungsbedarf hin. In ihrem Gespräch mit Armin Wolf sprach sie über die Rolle der Männer und äußerte Kritik an bestehenden politischen Maßnahmen.

Kritik an politischen Maßnahmen und Forderung nach Aufklärung

Auslöser für das Interview war ein Fall, bei dem ein 44-jähriger Mann trotz Waffenverbots seine Frau tötete und seine Tochter schwer verletzte. Wie oe24 berichtet, handelt es sich hierbei nicht um einen Einzelfall. Rösslhumer, Gründerin des Vereins „StoP – Stadtteile ohne Partnergewalt“, erläuterte im ORF-Interview: „Es fehlt die Empörung seitens der Politik. Wir haben viele Maßnahmen, aber sind es auch die richtigen?“ Sie fordert eine umfassende Untersuchung des aktuellen Falls, da es bereits zuvor behördliche Auffälligkeiten gab. Ziel müsse es sein, Lücken und Defizite – insbesondere im Umgang mit Hochrisikotätern – zu identifizieren.

Auf die Frage, wie Behörden mit etwa 15.000 Gefährdern umgehen können, betonte Rösslhumer, dass vor allem bei vorbestraften und besonders gefährlichen Personen besonders genau hingesehen werden müsse.

Kein Ausländerthema – Fokus auf gesamtgesellschaftliche Verantwortung

Bezüglich der Diskussion um einen möglichen Zusammenhang mit Migration stellte Rösslhumer klar, dass es sich laut oe24 um ein globales Problem handle und etwa zwei Drittel aller Täter aus Österreich stammen. Sie lehnt eine einseitige Fokussierung auf Herkunft ab und verweist auf die gesamtgesellschaftliche Dimension des Themas.

Bedeutung von Vorbildern und Engagement im Alltag

Für Rösslhumer liegt eine zentrale Lösungsmöglichkeit darin, dass nicht-gewalttätige Männer als positive Vorbilder auftreten. In der ZIB 2, so oe24, betonte sie: „Wir brauchen genau die Männer, die nicht gewalttätig sind – die können ein positives Bild vermitteln.“ Männer sollten sich im Alltag engagieren, eine klare Haltung beziehen und Zivilcourage zeigen, auch im Hinblick auf Kommentare oder Witze über Gewalt. Solche Vorbilder seien entscheidend, um gesellschaftliches Umdenken zu fördern und Gewaltprävention nachhaltig zu stärken.

Credits: APA

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