Fast jede Woche wird in Österreich eine Frau ermordet. Gegen diese Gewalt formiert sich nun eine Männerinitiative, die ausdrücklich Männer selbst in die Verantwortung nimmt – mit prominenter Unterstützung aus Politik und Kultur.
Der Aufruf zur Demo
Für Freitag, den 7. August, ruft die Initiative „StoP – Männer zeigen Haltung“ zu einer Demo samt Pressekonferenz auf. Treffpunkt ist um 9 Uhr der Herbert-Karajan-Platz bei der Wiener Staatsoper, wie aus einer Aussendung der Initiative auf der Plattform OTS hervorgeht. „Männergewalt ist eine Schande. Sie ist gefährlich und tötet Frauen!“, heißt es in dem Aufruf, der zur Teilnahme von „100 und mehr Männern“ mobilisieren will, die damit „Haltung zeigen und Verantwortung übernehmen“ sollen.
Prominente Unterstützung
Auf dem Podium der Veranstaltung stehen laut der Aussendung mehrere bekannte Persönlichkeiten stellvertretend für die Kampagne: der frühere Sozialminister Johannes Rauch (Grüne), Theatermacher Stefan Ebner, Schauspieler Cornelius Obonya sowie Jakob Schott von der Initiative PlayTogetherNow. Die Moderation übernimmt Michael Fanizadeh, stellvertretender Geschäftsführer des Vienna Institute for International Dialogue and Cooperation (VIDC). Ebenfalls mit auf dem Podium: Maria Rösslhumer, Vorsitzende des Vereins StoP – Stadtteile ohne Partnergewalt, der hinter der Kampagne steht.
Rauch als „100. Mann“ der Kampagne
Besondere Symbolkraft hat die Teilnahme von Rauch: Er gilt laut der Initiative als „100. Mann“ der Kampagne „Männer zeigen Haltung“, wie oe24 berichtet. Der Ex-Minister habe die bundesweite Etablierung der StoP-Initiative maßgeblich vorangetrieben und zeige nun erneut, dass Verantwortung nicht mit dem Ende einer politischen Funktion ende.
„Wir haben genug von der Betroffenheitsrhetorik“
In deutlichen Worten begründet die Initiative ihr Anliegen: „Wir haben genug von der Betroffenheitsrhetorik nach jedem Femizid. Wir haben genug, wenn keine Konsequenzen folgen“, heißt es in der Erklärung der Kampagne, aus der oe24 zitiert. „Die StoP-Kampagne ‚Männer zeigen Haltung‘ macht sichtbar, was zu lange unsichtbar war: dass Zivilcourage männlich sein kann und muss. Es gibt keine Ausrede mehr! Jeder Mann kann einen Beitrag zu einer männlichen Verantwortungskultur leisten, die unser Land dringend braucht.“
Was das Konzept dahinter ist
Der Verein StoP – Stadtteile ohne Partnergewalt setzt nach eigenem Selbstverständnis gezielt auf die Rolle von Männern im direkten sozialen Umfeld: Nachbarn, Freunde und Bekannte sollen ermutigt werden, bei Anzeichen häuslicher Gewalt nicht wegzusehen, sondern aktiv einzugreifen oder Hilfe zu holen. Genau dieser Ansatz – Zivilcourage im unmittelbaren Umfeld statt reiner Symbolpolitik – steht auch im Zentrum der Demo am Freitag.
Credits: Hallo123457689 – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=134049534
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