Lohnnebenkosten sinken – aber erst 2028: Was Unternehmen und Arbeitnehmer wissen müssen

Lohnnebenkosten sinken – aber erst 2028: Was Unternehmen und Arbeitnehmer wissen müssen

Die Koalition hat sich auf das Doppelbudget geeinigt. Das Herzstück ist die Senkung der Lohnnebenkosten – doch die Entlastung kommt nicht sofort. Und wer sie letztlich finanziert, sorgt für Diskussion.

Erst 2028 kommt die Entlastung

Die Lohnnebenkosten-Senkung war die zentrale NEOS-Forderung in den Budgetverhandlungen – und sie wurde durchgesetzt. Wie nachrichten.at und oe24 berichteten, plant die Regierung eine Reduktion um einen Prozentpunkt auf 2,7 Prozent – wirksam aber erst ab dem Jahr 2028. Das bedeutet: Für 2027 bleibt die Belastung unverändert. Wer sich eine rasche Entlastung der heimischen Betriebe erhofft hatte, muss sich noch knapp zwei Jahre gedulden.

Wie trend.at unter Berufung auf Verhandlerkreise berichtete, war das Timing von Anfang an so geplant: Die Senkung soll „hauptsächlich ab 2028″ kommen. FPÖ-Chef Herbert Kickl nutzte das in seiner Reaktion prompt als Angriffsfläche – eine Entlastung, die erst 2028 komme, sei „wenn überhaupt“ eine Entlastung, wie fpoe.at festhielt.

Wer zahlt die zwei Milliarden?

Das jährliche Volumen der Maßnahme beträgt rund zwei Milliarden Euro. Wie oe24 und salzburg24.at berichteten, sollen die Kosten zumindest teilweise von den Unternehmen selbst gestemmt werden – über sogenannte „nachhaltige strukturelle Maßnahmen“ und Umschichtungen. Konkret ist eine Anhebung der Körperschaftsteuer von 23 auf 24 Prozent für Betriebe mit einem Jahresgewinn über einer Million Euro geplant. Dazu kommen laut salzburg24.at höhere Beiträge zur Arbeitslosenversicherung, eine höhere Immobilienertragssteuer sowie Maßnahmen gegen Steuerbetrug.

Fiskalratspräsident Christoph Badelt bezeichnete die KöSt-Erhöhung zur Gegenfinanzierung als „ökonomisch sinnvoll“ – der Beitrag sei aber „sehr bescheiden.“ Gleichzeitig kritisierte er, dass Unternehmen für ältere Arbeitnehmer über 60 wieder mehr in den Familienlastenausgleichsfonds einzahlen sollen – das sei eine „spezifische neue Belastung“, die man besser vermieden hätte.

Profitieren Arbeitnehmer davon?

Eine Garantie gibt es nicht. Wie vol.at berichtete, ist die Senkung der Lohnnebenkosten eine Entlastung für Arbeitgeber – ob die Einsparungen tatsächlich in Form höherer Löhne an die Beschäftigten weitergegeben werden, bleibt den einzelnen Unternehmen überlassen. Vizekanzler Andreas Babler (SPÖ) betonte laut trend.at, die Senkung erfolge „ohne Leistungskürzungen“ für Arbeitnehmer.

Credits: APA

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