Lawrow warnt vor atomarem Wettrüsten: „Die USA greifen keine Staaten an, die Atomwaffen besitzen“

Lawrow warnt vor atomarem Wettrüsten: „Die USA greifen keine Staaten an, die Atomwaffen besitzen“

Nach dem US-israelischen Militärschlag gegen den Iran schlägt Russlands Außenminister Sergej Lawrow Alarm: Der Krieg könnte genau das auslösen, was er angeblich verhindern soll – eine nukleare Aufrüstung im Nahen Osten und darüber hinaus.

Keine Beweise, aber Krieg

Anfang März trat Lawrow nach Gesprächen mit dem stellvertretenden Außenminister von Brunei in Moskau vor die Presse. Wie RT DE berichtet, bezeichnete er die gegen den Iran gerichteten Militäraktionen als den „lautesten Konflikt unserer Tage“ – einen Krieg, der weit über den Nahen Osten hinausreiche und grundlegende Defizite des internationalen Rechtssystems offenlege.

Die militärische Begründung Washingtons ließ Lawrow dabei nicht gelten. Wie die Weltwoche das Statement im deutschen Wortlaut dokumentiert, hielt er fest: Beweise dafür, dass der Iran Atomwaffen entwickle, gebe es bis heute nicht. Wie RT DE bestätigt, teilt auch die Internationale Atomenergie-Behörde (IAEA) die Einschätzung, dass Iran keine Atombombe entwickelt. Washington hatte nach einem früheren iranisch-israelischen Konflikt selbst erklärt, relevante Komponenten eines möglichen Waffenprogramms seien zerstört worden.

Das Paradox des Krieges

Lawrows zentrale These ist von beunruhigender Logik. Wie die Weltwoche seinen Wortlaut wiedergibt: Wenn der Krieg tatsächlich damit begann, dass der Iran sein unveräußerliches Recht auf Urananreicherung zu friedlichen Zwecken nicht aufgeben wollte, dann werde dieser Krieg im Iran genau jene Kräfte stärken, die eine eigene Atombombe fordern. Denn: Die USA greifen keine Staaten an, die über Atomwaffen verfügen.

Als Beleg nennt Lawrow das Beispiel Muammar Gaddafis, der freiwillig auf sein Atomwaffenprogramm verzichtete — und danach gestürzt und getötet wurde. Wie RT DE zusammenfasst, bekräftigte Lawrow, dass Iran als Unterzeichner des Atomwaffensperrvertrags ein unveräußerliches Recht auf die friedliche Nutzung der Urananreicherung habe — ein Recht, das universell für alle Vertragsstaaten gelte.

Dominoeffekt in der gesamten Region

Die Gefahr beschränkt sich laut Lawrow nicht auf den Iran. Wie die Weltwoche in ihrer Dokumentation festhält, warnte er ausdrücklich, der Krieg könnte auch in den arabischen Nachbarstaaten Bewegungen zugunsten eigener Atomwaffen auslösen. Das angeblich noble Ziel — durch einen Krieg die Weiterverbreitung von Atomwaffen zu verhindern — könne damit paradoxerweise genau das Gegenteil bewirken.

Europa und Asien: Weitere Brandherde

Lawrow weitete seinen Blick aus. Wie die Weltwoche berichtet, verwies er auf die Initiative des französischen Präsidenten Emmanuel Macron, der einen Ausbau des französischen Nukleararsenals ankündigte und interessierte Staaten einlud, sich unter den französischen Atomschirm zu begeben. Deutschland, Dänemark und Großbritannien seien bereits im Gespräch.

Parallel dazu, so Lawrow laut RT DE, integrieren die USA im Rahmen militärischer Übungen gemeinsam mit Südkorea nukleare Komponenten — eine besorgniserregende Entwicklung, die das Risiko eines atomaren Wettrüstens weiter erhöhe.

Gipfelinitiative Putins

Als Ausweg fordert Moskau Diplomatie auf höchster Ebene. Wie die Weltwoche berichtet, erinnerte Lawrow an die Initiative von Präsident Wladimir Putin, ein Gipfeltreffen der ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrats einzuberufen — ein Vorhaben, das durch die Covid-19-Pandemie verhindert worden war. Angesichts der aktuellen Lage sei es nicht länger vertretbar, diese Initiative weiter aufzuschieben.


Quellen:

  • Weltwoche (Primärquelle, Wortlaut-Dokumentation der Lawrow-Pressekonferenz): weltwoche.de
  • RT DE: de.rt.com
  • Russisches Außenministerium / Pressekonferenz Moskau, Anfang März 2026 (Originalvideo)

Credits: APA

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