Lawrow in der Kritik: Politische Spannungen im Kreml?

Lawrow in der Kritik: Politische Spannungen im Kreml?

Russlands Außenminister Sergej Lawrow, seit über 20 Jahren eine zentrale Figur der russischen Außenpolitik, scheint in Moskau an Rückhalt zu verlieren. Wie die „Moscow Times“ berichtet, war Lawrow bei der jüngsten Sitzung des russischen Sicherheitsrats nicht anwesend – ein bemerkenswerter Vorgang, da er als ständiges Mitglied des Gremiums gilt. Bei der Sitzung, die sich mit der möglichen Wiederaufnahme von Atomtests befasste, fehlte Lawrow als einziger Vertreter.

Geplatztes Gipfeltreffen als Wendepunkt

Ein möglicher Auslöser für die Spannungen könnte laut Medienberichten das gescheiterte Gipfeltreffen zwischen Wladimir Putin und US-Präsident Donald Trump sein. Laut „Die Presse“ führte ein Telefonat zwischen Lawrow und dem US-Außenminister Marco Rubio am 20. Oktober zu einer Absage des Treffens. Rubio soll Trump nach dem Gespräch von einem Treffen mit Putin abgeraten haben. In der Folge verhängten die USA neue Sanktionen gegen russische Unternehmen wie Rosneft und Lukoil.

Veränderungen bei der G20-Delegation

Ein weiteres Indiz für Lawrows schwindenden Einfluss sei die Entscheidung, ihn als Leiter der russischen Delegation beim G20-Gipfel in Südafrika zu ersetzen. Stattdessen wird Maxim Oreschkin, der Leiter der Präsidialverwaltung, diese Rolle übernehmen. Wie „Swissinfo“ berichtet, wird auch Putin selbst nicht am Gipfel teilnehmen, da Südafrika als Unterzeichner des Römischen Statuts verpflichtet wäre, ihn aufgrund eines internationalen Haftbefehls festzunehmen.

Offizielle Reaktionen und Spekulationen

Der Kreml hat Berichte über Lawrows angeblichen Machtverlust zurückgewiesen. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow erklärte, dass Lawrow weiterhin als Außenminister tätig sei. Dennoch werfen Beobachter wie die „Handelsblatt“ die Frage auf, ob Lawrow als Sündenbock für die gescheiterte Diplomatie herhalten muss. Seine provokanten Äußerungen, etwa die Bezeichnung der ukrainischen Regierung als „Nazi-Regime“, könnten auch innerhalb der russischen Führung auf Kritik gestoßen sein.


Quellen: Krone.atHandelsblattDie PresseSwissinfo.
Credits: APA

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