Kurz soll aussagen: Polit-Krimi um Causa Pilnacek geht in die nächste Runde

Kurz soll aussagen: Polit-Krimi um Causa Pilnacek geht in die nächste Runde

Die politische Bühne in Österreich bleibt spannend. Sophie Wotschke, die Fraktionsführerin der NEOS im Pilnacek-Untersuchungsausschuss, setzt ein deutliches Zeichen: Sie fordert, dass Altkanzler Sebastian Kurz zur Befragung geladen wird. Damit bekommt die Aufarbeitung rund um den verstorbenen Sektionschef Christian Pilnacek eine neue, brisante Wendung.

Das Telefonat, das Fragen aufwirft

Im Zentrum von Wotschkes Forderung steht ein ganz bestimmtes Ereignis: ein Telefonat. Wie die NEOS-Politikerin in der ORF-Sendung „Hohes Haus“ erklärte, soll Sebastian Kurz nur einen Tag vor dessen Tod noch mit Christian Pilnacek telefoniert haben. Genau dieser Umstand wirft für die Aufklärerin Fragen auf, die ihrer Meinung nach nur der Altkanzler selbst beantworten kann. „Er hat am Vortag von Christian Pilnaceks Tod noch mit ihm telefoniert“, so Wotschke, die betont, dass sie hier klare „Antworten“ erwartet.

Vorwürfe der politischen Einflussnahme

Der U-Ausschuss hat die Aufgabe, mögliche politische Eingriffe in die Justiz zu beleuchten – ein Thema, das die österreichische Innenpolitik seit Jahren beschäftigt. Wotschke verweist dabei auf Aufnahmen, in denen Pilnacek selbst den Einfluss der Politik auf die Justiz beklagt haben soll. Konkret nannte der verstorbene Justiz-Sektionschef in diesem Zusammenhang Wolfgang Sobotka, der allerdings alle Vorwürfe stets zurückgewiesen hat.

Brisant ist dabei die politische Konstellation: Obwohl die NEOS mittlerweile gemeinsam mit ÖVP und SPÖ in einer Regierungskoalition sind, kündigt Wotschke an, keine Rücksicht zu nehmen. Sie werde „scharfe Fragen“ stellen, um den Einfluss der Volkspartei in der fraglichen Zeit restlos aufzuklären.

Was kommt jetzt auf Kurz zu?

Sollte der Ausschuss der Ladung offiziell zustimmen, muss Sebastian Kurz als sogenannte Auskunftsperson erscheinen. Zwar hat sich der Ex-Kanzler bereits in TV-Dokumentationen zur Causa Pilnacek geäußert, doch eine Befragung vor einem parlamentarischen Ausschuss hat eine ganz andere Qualität. Der mittlerweile als Unternehmer tätige Altkanzler müsste sich dann erneut im Scheinwerferlicht der Politik den Fragen zu seiner Rolle und seinem Wissensstand in dieser komplexen Affäre stellen.

Quelle: oe24.at, ORF
Credits: APA

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