Der steirische FPÖ-Landeshauptmann Mario Kunasek ist der beliebteste Politiker Österreichs — trotz Schuldenberg und rigorsem Sparkurs. Eine aktuelle Lazarsfeld-Erhebung liefert verblüffende Zahlen.
Kunasek als Nummer eins — österreichweit
Wie oe24 berichtet, ergibt das aktuelle Polit-Barometer der Lazarsfeld Gesellschaft für April 2026 ein klares Bild: Steirens Landeshauptmann Mario Kunasek (FPÖ) ist nicht nur der beliebteste unter allen neun Landeshauptleuten, sondern überhaupt der beliebteste Politiker im gesamten Land. 30 Prozent der Befragten geben an, Kunasek mache einen guten Eindruck, nur 18 Prozent einen schlechten. Der daraus errechnete Saldo von +12 Prozent lässt die gesamte Konkurrenz weit hinter sich.
Das ist bemerkenswert: Denn der Kärntner, der das Amt erst seit Dezember 2024 bekleidet — als erst zweiter FPÖ-Landeshauptmann in der Geschichte Österreichs nach Jörg Haider — regiert in einem Bundesland mit einer der dramatischsten Finanzlagen des Landes. Wie Wirtschaftsnachrichten und NEOS Steiermark dokumentieren, werden 37 Prozent aller steirischen Schulden seit dem Zweiten Weltkrieg unter Kunasek angehäuft. Ende 2026 soll der Schuldenstand laut Budgetplan bei rund 8,17 Milliarden Euro liegen.
Sparen mit Symbolik — und trotzdem im Plus
Kunaseks Budget 2026 setzt laut ORF Steiermark und dem Landesportal News auf einen Sparkurs quer durch alle Ressorts: 106 Millionen Euro Einsparungen, Kürzung der Parteienförderung um 15 Prozent, Nulllohnrunde für Politiker, keine Nachbesetzung jeder dritten freiwerdenden Stelle im Landesdienst. Das Vorzeigeprojekt Steiermarkschau 2027 fällt aus, das Joanneum bekommt Schließtage. Die NEOS kritisieren Kunasek als „teuersten Landeshauptmann aller Zeiten“ — der Stabilitätspakt werde in der gesamten Regierungsperiode nicht eingehalten.
Die Bevölkerung nimmt dem FPÖ-Landeschef das offensichtlich nicht übel. Laut oe24 profitiert Kunasek vom „Outlaw“-Image der Blauen — der Eindruck, gegen das Establishment zu stehen, trägt ihn selbst dann, wenn die Zahlen nicht stimmen.
Das Ranking der Landesfürsten
Hinter Kunasek folgt laut dem oe24-Barometer der Burgenländer Hans Peter Doskozil (SPÖ) auf Platz zwei — mit einem allerdings bereits negativen Saldo von -1. Der neue Kärntner Landeschef David Fellner kommt auf -5 und landet auf Platz vier, wie oe24 berichtet — ein Wert, auf dem man aufbauen kann, wie das Blatt kommentiert.
Ganz am Ende des Rankings finden sich die prominentesten Namen: Karoline Edtstadler (Salzburg, ÖVP), Johanna Mikl-Leitner (Niederösterreich, ÖVP) und Michael Ludwig (Wien, SPÖ). Sie alle werden laut oe24 vom allgemeinen Trend gegen die Regierenden erfasst — wer als Teil des Establishments gilt, zahlt derzeit einen hohen Popularitätspreis.
Credits: APA
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