Krisenbüro erst nach den Hitzerekorden: Regierung unter Zeitdruck

Krisenbüro erst nach den Hitzerekorden: Regierung unter Zeitdruck

Während Österreich mit einer historischen Hitzewelle kämpft, kommt die zuständige interministerielle Arbeitsgruppe der Regierung erst zusammen, wenn die schlimmsten Hitze-Rekordtage bereits vorüber sind. Der Zeitpunkt sorgt für Kritik – zumal die Grünen erst am selben Tag einen sofortigen nationalen Hitzegipfel gefordert hatten.

Stocker: „Genau beobachten“

Die anhaltend hohen Temperaturen sind derzeit ein zentrales Thema bei den Gesprächen von Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) in den Bundesländern. Laut einer Aussendung stellt die aktuelle Situation eine große Belastung dar und wirkt sich spürbar auf zahlreiche Bereiche des täglichen Lebens aus, wie oe24 berichtet. „Daher ist es notwendig, die Entwicklung weiter genau zu beobachten“, so Stocker. Als Schwerpunkte nennt die Regierung dabei vor allem die Wasser- und Energieversorgung, das Gesundheitssystem sowie die Landwirtschaft.

Ein Lagebild gab es schon im Jänner und April

Ganz neu ist das Thema für die Regierung dabei nicht: Bereits im Jänner und im April erarbeitete das Krisensicherheitsbüro laut oe24 ein umfassendes Lagebild zum Thema Hitze. Im Zuge dessen wurde auch eine interministerielle Arbeitsgruppe eingerichtet, die sich eigens mit den Auswirkungen extremer Hitzewellen befassen soll.

Der wunde Punkt: Das Timing

Brisant ist dabei der Zeitpunkt des ersten Treffens dieser Arbeitsgruppe: Sie tritt laut oe24 erst am Donnerstag zusammen – also erst nach jenen Tagen, an denen zuletzt mehrfach Hitzerekorde gemeldet wurden, etwa die neue Wiener Bestmarke von 40,1 Grad in Stammersdorf. Erst wenn die akuteste Phase der aktuellen Hitzewelle bereits überstanden sein dürfte, beginnt damit die koordinierte Beratung auf Regierungsebene.

Kritik von den Grünen fällt in dieselbe Woche

Der Zeitpunkt der Regierungsreaktion trifft auf bereits bestehende politische Kritik. Erst am selben Tag hatte Grünen-Klubobfrau Leonore Gewessler einen sofortigen nationalen Hitzegipfel gefordert und der Regierung vorgeworfen, die Menschen in der „größten Hitzekrise“ im Stich zu lassen. Weder Stocker noch der für Wasser zuständige Umweltminister Norbert Totschnig (ÖVP) hätten einen erkennbaren Plan, wie Bevölkerung und Trinkwasserversorgung geschützt werden könnten, so der Vorwurf der Grünen. Dass die interministerielle Arbeitsgruppe der Regierung nun tatsächlich erst nach den intensivsten Hitzetagen zusammentritt, dürfte diese Kritik zusätzlich befeuern.

Was jetzt ansteht

Wenn sich die Arbeitsgruppe am Donnerstag trifft, wird sie sich laut bisherigen Angaben mit den Auswirkungen der Hitze auf Wasser- und Energieversorgung, Gesundheitssystem und Landwirtschaft befassen. Ob daraus kurzfristig konkrete Maßnahmen hervorgehen oder ob es – wie von den Grünen gefordert – tatsächlich zu einem umfassenderen nationalen Hitzegipfel mit Ländern, Gemeinden und Fachleuten kommt, ist derzeit offen.

Credits: BKA

Teilen:
0 0 Abgegebene Stimmen
Artikel Bewertung
Abonnieren
Benachrichtigung von
guest

0 Kommentare
Älteste
Neuestes Meistgewählt
0
Ich würde mich über Ihre Meinung freuen, bitte kommentieren Sie.x