Kriegskasse leer: Putin bittet Russlands Superreiche zur Kasse

Kriegskasse leer: Putin bittet Russlands Superreiche zur Kasse

Der Ukraine-Krieg geht ins fünfte Jahr — und er kostet Russland mehr, als der Staatshaushalt verkraften kann. Jetzt soll die Wirtschaftselite des Landes die Lücke stopfen.

Das Geheimtreffen am Donnerstag

Am 26. März traf sich Wladimir Putin hinter verschlossenen Türen mit führenden russischen Geschäftsleuten — im Anschluss an den XXXV. Kongress der Russischen Union der Industriellen und Unternehmer. Wie die Financial Times unter Berufung auf drei mit dem Vorgang vertraute Personen berichtet, forderte Putin die versammelten Oligarchen dabei auf, sogenannte „freiwillige Beiträge“ zum Staatshaushalt zu leisten. Ziel: die Finanzierung des Krieges gegen die Ukraine, die Russland seit Februar 2022 führt.

Laut dem russischen Investigativportal The Bell, das unabhängig über Kremlvorgänge berichtet, war die Botschaft Putins eindeutig: Russland werde nicht einlenken, bis die verbliebenen Gebiete im Donbas vollständig unter Kontrolle seien. Als Begründung soll Putin auf die von den USA vermittelten Gespräche verwiesen haben — Kiew habe sich dort geweigert, die Region einseitig zu räumen.

Unter den Anwesenden waren laut Euronews unter anderem Nornickel-Chef Wladimir Potanin, VTB-Chef Andrej Kostin, der Gazprom-Neft-Vorsitzende Alexander Djukow sowie der Oligarch Alisher Usmanow.

Erster Spender: Eine Milliarde Euro

Ein konkretes Ergebnis sickerte bereits durch: Laut news.at soll der Milliardär Suleiman Kerimov beim Treffen eine Zahlung von 100 Milliarden Rubel zugesagt haben — umgerechnet rund 1,1 Milliarden Euro. Laut The Bell sollen mindestens zwei weitere Anwesende ebenfalls Bereitschaft zur Zahlung signalisiert haben. Eine Anfrage von Reuters an Kerimovs Büro im russischen Föderationsrat blieb zunächst unbeantwortet.

Der Kreml dementiert — halb

Kremlsprecher Dmitri Peskow wies die Darstellung der Financial Times am Freitag zurück. Es sei nicht wahr, dass Putin um Geld gebeten habe, erklärte er. Vielmehr sei die Initiative von einem Geschäftsmann ausgegangen — Putin habe diese lediglich begrüßt. Den Namen des betreffenden Unternehmers nannte Peskow nicht. Ob es sich dabei um den bereits berichteten Kerimov handelt oder um jemand anderen, blieb offen.

Warum Russland Geld braucht

Der Finanzdruck auf den Kreml ist real. Wie news.at und das Handelsblatt unter Berufung auf Reuters berichten, leidet der russische Staatshaushalt unter sinkenden Einnahmen aus Öl- und Gasexporten sowie einer allgemeinen wirtschaftlichen Abschwächung, die auch die Steuereinnahmen drückt. Das BIP sank zuletzt um 2,1 Prozent, die Industrieproduktion ging zurück. Bereits zuvor hatte Moskau die Mehrwertsteuer auf 22 Prozent angehoben.

Hinzu kommt: Mindestens 40 Prozent der russischen Kapazitäten für den Ölexport lagen in der vergangenen Woche nach ukrainischen Drohnenangriffen auf Raffinerien und Hafenterminals brach, wie Reuters auf Basis von Marktdaten errechnete. Darunter fiel auch die Raffinerie in Kirischi bei St. Petersburg — laut Branchenangaben die zweitgrößte Russlands. Wie Insider laut news.at berichten, bereitet die russische Regierung bereits Kürzungen von zehn Prozent bei allen nicht sicherheitsrelevanten Ausgaben vor.


Quellen:

  • Financial Times: Putin soll Oligarchen um Spenden für Staatshaushalt bitten (27.03.2026) — ft.com (via news.at, tagesspiegel.de)
  • The Bell (thebell.io): Bericht über geschlossenes Treffen Putins mit Unternehmern (27.03.2026)
  • Euronews: „Freiwillige“ Milliarden: Putin bittet Russlands Oligarchen zur Kasse (27.03.2026) — euronews.com
  • news.at / APA / Reuters: Putin soll Oligarchen um Spenden für Staatsbudget gebeten haben (27.03.2026) — news.at
  • Handelsblatt: Russland: Putin fordert Oligarchen wohl zu Spenden für Staatshaushalt auf (27.03.2026) — handelsblatt.com
  • oe24.at: Geheimtreffen: Putin verlangt Spenden von Oligarchen (27.03.2026) — oe24.at

Credits: APA

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