Kreuz im Klassenzimmer: ÖVP prescht zu Ostern mit Bundesforderung vor

Kreuz im Klassenzimmer: ÖVP prescht zu Ostern mit Bundesforderung vor

Pünktlich zum Osterfest 2026 entfacht die Debatte um religiöse Symbole in Schulen neu. Die oberösterreichische ÖVP fordert ein bundesweites Gesetz – und beruft sich dabei auf klare Umfragewerte.

Auslöser: Schilling gegen das Kreuz

Den Startschuss zur aktuellen Debatte gaben Aussagen von EU-Parlamentarierin Lena Schilling (Grüne) im Dezember 2025. Wie heute.at berichtet, hatte sie erklärt: „Ich verstehe nicht, warum wir religiöse Symbole in der Klasse haben müssen.“ Die Reaktionen waren heftig – und nun meldet sich die ÖVP mit einem konkreten Vorstoß zurück.

Anlässlich des Osterfests hat OÖVP-Landesgeschäftsführer Florian Hiegelsberger bundesgesetzliche Reformen gefordert. Wie heute.at festhält, tritt er für eine „durchgängige Vermittlung ethischer Grundwerte ab dem Kindesalter“ ein und fordert ein bundesweites Bekenntnis zum Stellenwert der christlich-abendländischen Kultur in allen Schulen und in der Kinderbildung. Sein Appell an die Bundesebene: „Eine zweifellos vielfältiger werdende Gesellschaft muss dahingehend als Impuls erachtet werden und nicht länger als Hemmschuh.“

Was die aktuelle Rechtslage sagt

Das Kreuz in Schulen ist in Österreich gesetzlich geregelt – aber uneinheitlich. Wie die Tageszeitung Österreich berichtet, schreibt das Wiener Schulgesetz in Paragraph 42, Absatz 7 vor, dass in Pflichtschulen, an denen die Mehrzahl der Schüler einem christlichen Religionsbekenntnis angehört, in allen Klassenräumen ein Kreuz anzubringen ist.

Oberösterreich geht bereits weiter: Wie heute.at dokumentiert, ist dort landesgesetzlich verbindlich vorgesehen, dass in Volksschulen, Mittelschulen und weiteren Schultypen in allen Klassenräumen vom gesetzlichen Schulerhalter ein Kreuz angebracht werden muss – unabhängig von der religiösen Zusammensetzung der Schülerschaft. Genau dieses Modell will Hiegelsberger nun auf Bundesebene übertragen.

Breite Zustimmung in der Bevölkerung

Der ÖVP-Vorstoß hat solide Umfragedaten im Rücken. Wie religion.orf.at unter Berufung auf eine OGM-Umfrage berichtet, die Familienministerin Claudia Plakolm (ÖVP) präsentierte, bejahen 69 Prozent der Österreicher die Frage, ob das Kreuz im Klassenzimmer auch dann aufgehängt werden sollte, wenn die Mehrheit der Schüler keine Christen sind. Und 79 Prozent sprechen sich dafür aus, christliche Feste in Schulen und Kindergärten auch dann zu feiern, wenn die Mehrheit der Kinder keine Christen sind. Bemerkenswert: Auch Menschen ohne religiöses Bekenntnis stimmen dem zu – das Kreuz wird von weiten Teilen der Bevölkerung als Kultursymbol und nicht als religiöse Aufzwingung wahrgenommen.

Ministerin Plakolm selbst hatte zuletzt laut Vatican News betont: „Das Kreuz in den Schulklassen ist nicht verhandelbar.“ Es stehe symbolisch für das Christentum und dessen Geschichte und sei „Ausdruck unserer christlichen Werte für das Miteinander“.

Was Hiegelsberger konkret bemängelt

Der OÖVP-Landesgeschäftsführer zeigt auch inhaltliche Lücken auf: Wie heute.at berichtet, habe ein Abgleich zwischen Schülerzahlen und Religionsunterricht-Teilnahme in oberösterreichischen Schulen erhebliche Lücken in der frühzeitigen Wertevermittlung aufgezeigt. In Volksschulen würden demnach nur rund 80 Prozent der Schüler mit konfessionellem Religionsunterricht erreicht, in Mittelschulen nur rund 70 Prozent. Für Hiegelsberger ein klares Zeichen, dass gesetzgeberischer Handlungsbedarf auf Bundesebene bestehe.

Ob und wann ein solches Bundesgesetz tatsächlich kommt, ist offen. Die Debatte jedenfalls ist – pünktlich zu Ostern – wieder in vollem Gange.

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