„Optik und Kommunikation waren auf EU-Seite verheerend“, rechnet die Wiener Kommunikations-Expertin Heidi Glück mit der Performance der EU-Spitze bei den Zoll-Verhandlungen mit US-Präsident Donald Trump ab. Der gewählte Ort in Schottland, das Setting und auch das Verhalten von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen seien negativ zu beurteilen. Und vom Inhalt des Abkommens will Glück gar nicht sprechen.
„Von der Leyen sitzt beim Medientermin neben Trump wie ein kleines braves Mädel in einem für sie viel zu großen Sessel und lächelt ihn an, Trump wirkt doppelt so groß“, kritisiert die bekannte österreichische Expertin für Strategic Consulting in einem Statement auf X. Tatsächlich stellt sich die Frage, warum Europas Steuerzahler ziemlich viel Geld für die Medienexperten im Team der Kommissionspräsidentin ausgeben, wenn dann derart laienhaft wie in Turnberry (Schottland) agiert wird.
Heidi Glück dazu: „Ich kann den Inhalt der Vereinbarung zwischen Trump und Von der Leyen nicht beurteilen, aber Setting, Optik und Kommunikation waren auf EU-Seite verheerend: Das Treffen findet auf seinem Golfplatz statt, Trump setzt sich kurz zwischen zwei Golfrunden an den Tisch. Von der Leyen übernimmt die Trump-Sprache und redet auch von DEAL.“
Harte Kritik an von der Leyen auch in Deutschland
Auch Julian Reichelt, der Chefredakteur der News-Website NIUS, kritisiert Von der Leyen und ihr Team scharf: „Europa war noch nie so schwach und ist noch nie so gedemütigt worden wie unter dem Bürokratismus-Regime von der Leyen. Wenn man vor wenigen Jahren prophezeit hätte, dass Ursula von der Leyen sich mal mit der typischen Trump-Geste neben Donald Trump fotografieren lässt, der gerade mit ihr den Boden seines Golfclubs gefeudelt hat, wäre man für verrückt erklärt worden.“
Und das ist der bisher bekannte Inhalt des Zoll-Abkommens:
– Die USA erheben 15 % Zölle auf alle EU-Importe in die USA, wenn diese sich verpflichten, keine Zölle auf US-Importe in die EU zu erheben.
– Die EU erklärt sich bereit, 600 Milliarden Dollar in den USA zu investieren – ohne anderen ersichtlichen Grund als den USA zu gefallen.
– Die EU wird – wie der Krieg in der Ukraine deutlich gezeigt hat – für heutige Verhältnisse ziemlich nutzlose „amerikanische Militärausrüstung im Wert von Hunderten von Milliarden Dollar kaufen“.
– Die EU verpflichtet sich, sehr teures US-Flüssigerdgas im Wert von 750 Milliarden Dollar zu kaufen, davon 250 Milliarden Dollar in jedem der nächsten drei Jahre. Im Jahr 2024 kaufte die EU aber nur LNG-Mengen im Wert von 16,2 Milliarden Euro in den USA.
Bei einer Zusage von 750 Milliarden Euro müssten die EU-Nationen also noch 46 Jahre Flüssiggas aus den USA beziehen …
Von der Leyen verpflichtete damit private Unternehmen in Europa zu Zahlungen von etwa zwei Billionen Euro (2000 Milliarden Euro).
Und was bekommt die EU? Nicht viel.

Kommunikations-Expertin Heidi Glück
Credits: APA
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