Kommt doch noch ein Deal? Iran signalisiert Offenheit für neue Friedensgespräche

Kommt doch noch ein Deal? Iran signalisiert Offenheit für neue Friedensgespräche

Nach Wochen des Krieges, einer fragilen Waffenruhe und gescheiterten Verhandlungen in Pakistan verdichten sich die Signale: Der Iran zeigt sich wieder gesprächsbereit. Doch die Zeit läuft ab.


Wie es dazu kam: Krieg, Waffenruhe, erste Gespräche

Der Hintergrund ist komplex. Am 28. Februar 2026 begannen Israel und die USA großangelegte Luftangriffe auf den Iran – mit dem Ziel, Teherans Atomprogramm zu zerstören und die Führungsstruktur der Islamischen Republik zu dezimieren. Wie die deutsche Wikipedia-Zusammenfassung des Konflikts festhält, wurde dabei auch Oberster Führer Ali Chamenei getötet. Was folgte, waren Wochen intensiver Kämpfe, Raketenangriffe auf Golfstaaten und eine weitgehend gesperrte Straße von Hormus.

Am 8. April 2026 vereinbarten die USA und der Iran schließlich eine zweiwöchige Waffenruhe – vermittelt durch Pakistan. Die Feuerpause sollte als Einstieg in Friedensverhandlungen genutzt werden.

Islamabad: Das höchste Treffen seit Jahrzehnten – ohne Ergebnis

Am 11. und 12. April 2026 fanden in Islamabad die bislang bedeutendsten Direktgespräche zwischen Washington und Teheran seit der iranischen Revolution 1979 statt. Wie Al Jazeera berichtete, liefen die Verhandlungen mehr als 20 Stunden lang und wurden von Pakistan vermittelt. Auf US-Seite leitete Vizepräsident JD Vance die Delegation, begleitet von Sonderbeauftragtem Steve Witkoff und Jared Kushner. Der Iran entsandte Außenminister Abbas Araghchi und Parlamentspräsident Bagher Ghalibaf.

Das Ergebnis: kein Durchbruch. Wie Time berichtete, scheiterte eine Einigung vor allem an den US-Kernforderungen – vollständiger Stopp der Urananreicherung, Abbau der Anreicherungsanlagen und Entfernung des hochangereicherten Uranbestands. Teheran akzeptierte diese Bedingungen nicht. Ghalibaf sprach zwar von „zukunftsorientierten“ iranischen Initiativen, warf Washington aber vor, das Vertrauen seiner Delegation nicht gewonnen zu haben.

Neue Bewegung: Pakistan vermittelt weiter

Trotz des gescheiterten ersten Treffens reiste Pakistans Armeechef Asim Munir am 16. April nach Teheran – mit einer neuen Botschaft aus Washington im Gepäck. Wie CNN berichtete, gab sich das Weiße Haus danach optimistisch: Man fühle sich „gut über die Aussichten eines Deals.“ Irans Außenminister Araghchi erklärte nach dem Treffen mit Munir, der Iran bleibe dem Ziel verpflichtet, „Frieden und Stabilität in der Region zu fördern.“

Laut Axios arbeiteten Vance, Witkoff und Kushner hinter den Kulissen weiter an Entwürfen und führten Telefonate mit Teheran und den Vermittlern. Ein US-Offizieller wurde mit den Worten zitiert, man wolle einen Deal – und Teile der iranischen Regierung ebenfalls.

Der Knackpunkt: Atomfrage und Straße von Hormus

Wie CNN analysierte, haben sich die Positionen seit Islamabad zumindest angenähert: Beide Seiten sind grundsätzlich bereit für ein Moratorium bei der Urananreicherung. Die USA fordern eine Laufzeit von 20 Jahren, der Iran will lediglich fünf Jahre akzeptieren. Auch die Frage der Straße von Hormus bleibt heikel: Die USA haben eine Seeblockade iranischer Häfen verhängt, woraufhin der Iran seinerseits die Durchfahrt durch die Meerenge blockiert.

Eine zweite Verhandlungsrunde war für den 20. April in Pakistan geplant – doch zuletzt signalisierte Teheran laut Wikipedia-Zusammenfassung Zurückhaltung, weil die US-Marine das iranische Handelsschiff „Touska“ aufgebracht hatte. Iran bewertete das als Verstoß gegen die Waffenruhe.

Rennen gegen die Uhr

Die zweiwöchige Waffenruhe läuft am 22. April 2026 aus. Kommt kein Deal, droht eine Eskalation. Trump hat öffentlich betont, er wolle eine diplomatische Lösung – brauche aber die Garantie, dass der Iran keine Atomwaffe entwickle. Ob Teheran noch rechtzeitig einlenkt, ist offen. Die Signale sind widersprüchlich – aber immerhin vorhanden.

Credits: APA

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