Die Energiekrise hat ein Relikt aus den 1970er-Jahren wieder ins Rampenlicht gerückt: autofreie Sonntage. Während Ökonom Marcel Fratzscher diese Maßnahme als schnellen Hebel zur Verbrauchsreduktion sieht, stößt der Vorschlag auf gemischte Reaktionen.
Ein Blick zurück: Die 70er lassen grüßen
Bereits während der Ölkrise vor rund 50 Jahren wurden autofreie Sonntage eingeführt, um den Spritverbrauch zu senken. Laut Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), könnten solche Maßnahmen auch heute helfen, die Energiekrise zu bewältigen. „Wir haben weltweit zehn bis 15 Prozent weniger Öl und Gas. Es ist eine Frage der Verteilung: Wer schränkt sich stärker ein?“, erklärte er gegenüber Spiegel und RP Online.
Kritik an Tankrabatten und Tempolimit-Debatte
Fratzscher kritisiert scharf die beschlossenen Tankrabatte, die seiner Meinung nach den gegenteiligen Effekt haben: „Durch den Tankrabatt reduzieren die Deutschen ihr Autofahren nicht ausreichend, obwohl das dringend nötig wäre.“ Stattdessen fordert er ein Tempolimit und autofreie Sonntage, um den Verbrauch zu senken. Doch gerade das Tempolimit bleibt ein rotes Tuch für viele Deutsche.
Österreich bleibt skeptisch
In Österreich hingegen zeigt sich Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer wenig begeistert von solchen Maßnahmen. Gegenüber der Kleinen Zeitung betonte er: „Wir haben eine Preiskrise, aber keine Versorgungskrise.“ Statt auf Verbote setzt die Regierung auf Eigenverantwortung und den Ausbau erneuerbarer Energien.
Ein Dieselpreis von drei Euro?
Die Preisentwicklung sorgt zusätzlich für Druck. Fratzscher hält einen Dieselpreis von bis zu drei Euro für realistisch, sollte die Energiekrise weiter eskalieren. Auch eine Kerosinknappheit könnte den Flugverkehr massiv beeinträchtigen, warnte er.
Quellen: exxpress.at, spiegel.de, rp-online.de, focus.de
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