Beim ORF häufen sich die Vorwürfe. Nach dem erzwungenen Abgang von Generaldirektor Roland Weißmann tauchen jetzt neue, belastende Berichte über Drogenkonsum am Küniglberg auf — und die FPÖ schaltet sich mit klaren Forderungen ein.
Rund zwei Handvoll ORF-Führungskräfte im Verdacht
Wie OE24 berichtet, wurden im Zuge der Causa Weißmann intern Vorwürfe gegen eine größere Zahl führender ORF-Mitarbeiter bekannt. Einem ORF-Insider zufolge gebe es „gleich mehrere Koks-Connections“ im Unternehmen — und es gehe angeblich nicht nur um Konsum, sondern auch um Verkauf. OE24 weist dabei ausdrücklich darauf hin, diese Behauptungen nicht unabhängig verifizieren zu können. Für alle Beteiligten gilt die Unschuldsvermutung. Zudem kursierten laut OE24 seit Wochen Gerüchte über Fotos und Videos, die Drogenkonsum dokumentieren sollen.
NEOS: „Toxisches Betriebsklima“ — K.O.-Tropfen bei Weihnachtsfeiern
NEOS-Mediensprecherin Henrike Brandstötter legte im ORF-Morgenjournal nach und erklärte, wie heute.at berichtet: „Sie sprachen von Mobbing, Bossing, verbalen sexuellen Übergriffen. Sie haben außerdem Gerüchte über Drogenmissbrauch und K.O.-Tropfen bei Weihnachtsfeiern auf den Tisch gelegt.“ Zahlreiche ORF-Mitarbeiter hätten sich an die pinke Mandatarin gewandt. Ihr Urteil: „Ein Desaster, dieses Bild.“ Brandstötter forderte eine neue Unternehmenskultur und warnte, der anhaltende Vertrauensverlust sei ein „ideales Sprungbrett“ für alle, die den ORF abschaffen wollen.
FPÖ fordert Drogentests — Kickl macht Druck
Die FPÖ setzt die Daumenschrauben an. Wie heute.at und exxpress.at berichten, forderte FPÖ-Generalsekretär Christian Hafenecker Drogentests für ORF-Manager: „Rekruten beim Bundesheer werden beim Einrücken sowie anlassbezogen mittels Urintests überprüft. Das kann ich mir durchaus auch für hochbezahlte ORF-Manager vorstellen.“ FPÖ-Chef Herbert Kickl legte auf Facebook nach: „Es darf nicht sein, dass am Küniglberg Kokainnetzwerke gepflegt werden und niemand unternimmt etwas.“
Hafenecker verwies zudem auf historische Parallelen: Bereits in den 1990er-Jahren hatte es laut Archivberichten eine öffentliche Affäre um Dealer und Drogenkonsum am Küniglberg gegeben.
Neue ORF-Führung gesucht — und zunehmend unter Beschuss
Der Druck kommt zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt: Anfang Mai wird die Stelle des neuen ORF-Generaldirektors ab 2027 ausgeschrieben. Weißmann klagt seinen früheren Arbeitgeber derweil auf rund 3,9 Millionen Euro, wie heute.at berichtet. NEOS-Sprecherin Brandstötter forderte ein öffentliches Hearing für Bewerber und klare Kompetenzprofile — damit „die beste und kompetenteste Person ausgesucht wird“. Interne ORF-Redakteure drängen ihrerseits auf den Abgang der Stiftungsräte Lederer und Schütze.
Credits: APA
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