In der hitzigen Debatte um eine mögliche Teilnahme Israels am Eurovision Song Contest in Wien meldet sich nun Bürgermeister Michael Ludwig zu Wort. In einem Interview auf oe24.TV positionierte sich der Stadtchef unmissverständlich und erteilte allen Boykott-Forderungen gegen die israelische Künstlerin eine klare Absage. Seine Botschaft: Der Song Contest ist ein Fest des Miteinanders, kein Ort für politischen Ausschluss.
„Nicht sinnvoll und auch abzulehnen“
Während international die Emotionen hochkochen und über einen Ausschluss Israels diskutiert wird, findet Ludwig deutliche Worte. Wie oe24 berichtet, erklärte der Bürgermeister im Gespräch mit Isabelle Daniel: „Ich habe auch in der Öffentlichkeit kundgetan, dass ich dafür bin, dass diese israelische Künstlerin am Song Contest teilnimmt.“ Er betonte, dass die Grundidee des Wettbewerbs darin bestehe, Menschen zusammenzuführen. Einen Künstler auszuschließen sei daher „nicht sinnvoll und auch abzulehnen“.
Ludwig, der auch Historiker ist, scheint sich der besonderen Bedeutung eines solchen Boykotts in Wien bewusst zu sein. Er zeigte sich aber zuversichtlich, dass es nicht zu einem Ausschluss kommen wird. Viele Länder, die jetzt mit einem Boykott liebäugeln, würden es sich „anders überlegen“, wenn es so weit ist, so die Einschätzung des Bürgermeisters.
Appell an den Frieden und die Fans
Für Ludwig steht fest: Der Song Contest soll ein „internationales Fest des Friedens und des Miteinanders“ sein. Er erinnerte daran, dass weltweit 170 Millionen Menschen die Show verfolgen. Diese Freude dürfe man den Zuschauern und vor allem den Künstlern nicht nehmen. Generell halte er den Boykott von Künstlern und Sportlern für „sinnlos“, da man deren politische Haltung oft gar nicht kenne. Ein starkes Statement für die Trennung von Kunst und Politik in einer Zeit, in der diese Grenzen immer mehr verschwimmen.
Credits: APA
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