Kickl strebt „Volkskanzlerschaft“ an und attackiert Regierung scharf

Kickl strebt „Volkskanzlerschaft“ an und attackiert Regierung scharf

FPÖ-Chef Herbert Kickl hat beim Neujahrstreffen seiner Partei in Klagenfurt mit einer kämpferischen Rede seine politischen Ambitionen untermauert und scharfe Kritik an der Bundesregierung geübt. Vor mehreren tausend Anhängern in der Klagenfurter Messehalle erklärte Kickl sein Ziel, „Volkskanzler“ zu werden, und forderte Neuwahlen, um die, wie er sie nannte, „Wapplertruppe“ in Wien abzulösen.

Die Vision der „Volkskanzlerschaft“

Begleitet von „Herbert, Herbert!“-Rufen aus dem Publikum, gab sich Kickl siegessicher: „2026 wird unser Jahr, es wird ein freiheitliches Jahr.“ Er positionierte sich als Anführer, der das „falsche System“ überwinden und die Kluft zwischen Politik und Bevölkerung schließen will. Sein Konzept der „Volkskanzlerschaft“ zielt darauf ab, das bestehende politische Establishment abzulösen und sicherzustellen, dass das österreichische Volk das Sagen hat. Kickl dementierte vehement „Geheimverhandlungen“ mit der ÖVP und betonte: „Mit mir gibt es keine miesen Deals – es gibt nur eines, und zwar klare Verhältnisse.“

Scharfe Kritik an der Regierungspolitik

Kickl sparte nicht mit Kritik an der Regierungskoalition, die seiner Meinung nach „niemand gewählt“ habe. Er warf der Regierung vor, der Bevölkerung „das Geld und die Zukunft“ zu stehlen, und plädierte für sofortige Neuwahlen. Die geplante Mehrwertsteuersenkung auf Grundnahrungsmittel bezeichnete er, wie oe24 berichtet, als „Panikattacke“, die nur „ein paar mickrige Cent Entlastung“ bringe. Er argumentierte, dass mögliche Einsparungen durch neue Maßnahmen wie eine geplante Plastikabgabe sofort wieder zunichtegemacht würden.

Position zu Neutralität und Zuwanderung

Einen breiten Raum in seiner rund 70-minütigen Rede widmete Kickl der Außen- und Zuwanderungspolitik. Er betonte die Neutralität Österreichs, insbesondere im Kontext des Ukraine-Krieges. „Wir müssen uns schützen und verteidigen können. Aber wir dürfen uns niemals in Konflikte und Kriege hineinziehen lassen“, erklärte er und lehnte es ab, „Beitragstäter zu einer Eskalation“ zu sein.

Beim Thema Zuwanderung zeigte sich Kickl kompromisslos. Er lehnte Kompromisse ab, wenn es um die Wahl zwischen „importierten Mördern, Vergewaltigern und Terroristen und österreichischen Bürgern“ gehe. Seine Lösung ist klar formuliert: „Festung Österreich, Zuwanderungsstopp und Remigration.“ Diese harte Linie in der Sicherheits- und Grenzschutzpolitik bleibt ein zentraler Pfeiler seines politischen Programms.

Das Erbe Jörg Haiders

Während seiner Rede bezog sich Kickl immer wieder auf den verstorbenen FPÖ-Chef und ehemaligen Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider. Er erinnerte an den 40. Jahrestag von Haiders Parteiübernahme und würdigte ihn als „Schutzpatron der Österreicher“. Unter dem Applaus der Anwesenden schlug Kickl vor, den Koralmtunnel zu Ehren Haiders in „Jörg-Haider-Tunnel“ umzubenennen. Diese Verweise auf die Vergangenheit dienten dazu, seine eigenen politischen Ambitionen mit einer Figur zu verknüpfen, die bei vielen Parteianhängern nach wie vor hohes Ansehen genießt.

Credits: APA

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