Beim Parteitag der Tiroler Freiheitlichen in Mayrhofen fand FPÖ-Chef Herbert Kickl deutliche Worte und holte zum Rundumschlag gegen die Regierung, die Justiz und sogar die Kirche aus. Vor jubelnden Anhängern zeichnete er ein düsteres Bild der Nation und sparte nicht mit scharfer Kritik und provokanten Aussagen.
Generalabrechnung mit der ÖVP
Kickl bezeichnete die ÖVP-Politiker in seiner rund 45-minütigen Rede als „Scheinkonservative“, die „gemeinsame Sache mit den Linken machen, um unsere Werte zu zerstören.“ Er warf der Partei vor, nur noch „Schein“ zu symbolisieren und nannte sie eine „Schein-Bauernpartei“ sowie eine „Scheinfamilienpartei“, die sich zu einer „Regenbogen- und Diversity-Truppe“ entwickelt habe. Diese Entwicklung, so Kickl, schaffe den Nährboden für „Verrücktheiten“, die bei den Delegierten für lauten Beifall sorgten.
„Unrecht im Namen der Gerechtigkeit“: Kickl attackiert die Justiz
Besonders hart ging der FPÖ-Chef mit der österreichischen Justiz ins Gericht. Er prangerte einen aus seiner Sicht „katastrophalen Zustand“ an. Als Beispiel nannte er die kürzlichen Freisprüche für zehn Jugendliche in einem Wiener Prozess, bei dem es um sexuelle Handlungen mit einer damals Zwölfjährigen ging. „Das kleine Mädel wird malträtiert und vergewaltigt – von einer Horde von halbstarken Völkerwanderern“, so Kickl laut oe24. Er sprach von „Unrecht im Namen der Gerechtigkeit“ und einem System, „das die Falschen schützt.“
Auch die Diversion für ÖVP-Klubobmann August Wöginger kritisierte er scharf und nannte sie die „Rückkehr des Ablasshandels vom Mittelalter in die Jetztzeit.“
„Bevölkerungsaustausch“ und Kritik an der Kirche
Ein zentrales Thema seiner Rede war die Migrationspolitik. Kickl sprach davon, dass seit 2015 rund 500.000 „Völkerwanderer“ nach Österreich gekommen seien. „Das wäre die zweitgrößte Stadt. Aber nicht mit Österreichern. Sondern voller Syrer, Afghanen, usw.“, erklärte er. Er scheue sich nicht, das Wort „Bevölkerungsaustausch“ zu verwenden, denn: „Es ist ganz einfach so.“
Selbst vor der Kirche machte seine Kritik nicht halt. Er griff Salzburgs Erzbischof Franz Lackner direkt an, der zuvor biblische Anleihen in einer Rede Kickls kritisiert hatte. oe24 zitiert ihn mit den Worten, die Kirche sei „mucksmäuschenstill“, obwohl es in Wiens Volksschulen mehr Muslime als Christen gebe. Lackner wäre es wohl lieber, „wenn ich aus dem Koran zitiere als aus der Bibel“, stichelte Kickl.
Kampfansage für Tirol: „Schwarze Kernschmelze“
Mit Blick auf die kommende Landtagswahl 2027 in Tirol zeigte sich Kickl kämpferisch. „Das ÖVP-Kernland Tirol. Das war einmal“, rief er den Delegierten zu und prophezeite eine „schwarze Kernschmelze“. Der Tiroler FPÖ-Chef Markus Abwerzger habe alle Chancen, der nächste Landeshauptmann zu werden. Dieser hatte zuvor ebenfalls den Systemwechsel beschworen und angekündigt, das Amt des Landeshauptmanns anzustreben. Die jetzige Regierung, so Kickls Fazit, gehöre „zum Teufel gejagt“.
Quelle: Tiroler Parteitag, oe24.at
Credits: APA
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