Kickl plant den nächsten Anlauf: Neuwahl 2028 und geheime Kontakte zur „Schatten-ÖVP“

Kickl plant den nächsten Anlauf: Neuwahl 2028 und geheime Kontakte zur „Schatten-ÖVP“

FPÖ-Chef Herbert Kickl gibt sich siegesgewiss. In einem seltenen Interview mit der „Krone“ skizziert er seine Strategie für den Weg zur Kanzlerschaft – und enthüllt dabei erstaunliche politische Gesprächskanäle.

Der Countdown läuft: Kickl rechnet mit Neuwahl 2028

FPÖ-Chef Herbert Kickl ist überzeugt: Die aktuelle Bundesregierung aus ÖVP, SPÖ und NEOS wird die volle Legislaturperiode nicht überstehen. Nach den Landtagswahlen 2027 und 2028 werde der Bundesregierung „die Flucht vor Neuwahlen“ nicht mehr gelingen, sagte er in der „Krone“-Samstagausgabe in einem seiner seltenen Interviews mit traditionellen Medien. exxpress

Für Kickl ist das kein Wunschdenken, sondern Kalkulation: Schlechte Ergebnisse bei den kommenden Landtagswahlen würden den Druck auf die Koalition so weit erhöhen, dass vorgezogene Nationalratswahlen unvermeidbar werden. Sein Ziel bleibt dabei unverändert klar – die „Volkskanzlerschaft“, die ihm nach dem Wahlsieg der FPÖ 2024 verwehrt geblieben war.

Kontakte zur „Schatten-ÖVP“ – und zur verzweifelten SPÖ

Das politisch Brisanteste an Kickls Aussagen sind seine Einblicke in laufende Hintergrundgespräche. Wie er gegenüber der „Krone“ berichtet, pflegt er Kontakte zur sogenannten „Schatten-ÖVP“ rund um Ex-Bundeskanzler Sebastian Kurz. Er sei im Austausch mit jener Gruppe um Kurz, die in regelmäßigen Abständen in Interviews und Medien auftrete. exxpress

Begründung für die Unzufriedenheit in der ÖVP liefert Kickl gleich mit: In der Volkspartei seien viele „überhaupt nicht damit zufrieden“, dass unter Bundeskanzler Christian Stocker nach den Grünen wieder „die Linken in die Regierung“ geholt worden seien. „Diesmal sozusagen nicht die Ökomarxisten, sondern die Originalmarxisten.“ exxpress

Doch damit nicht genug: Es gebe außerdem auch eine Gesprächsbasis zu SPÖ-Vertretern, „die auch schon verzweifelt sind“, so Kickl, ohne Namen zu nennen. VIENNA.AT Sein Fazit daraus: „Ich bin guter Dinge, dass ich bei den nächsten Regierungsverhandlungen in dieser Sache nicht bei null beginnen muss, was vertrauensbildende Maßnahmen betrifft.“ exxpress

Kärnten? Nein danke

Ein mögliches Comeback in seiner Kärntner Heimat auf Landesebene schließt Kickl klar aus. „Ich habe meine Entscheidung getroffen, dass ich den Wählern versprochen habe, dass wir noch einen Anlauf unternehmen werden, diese Volkskanzlerschaft zur Umsetzung zu bringen. Und genau das werde ich tun.“ exxpress

Wehrpflicht: Ja, aber mit Bedingungen

Auch zur aktuellen Debatte über eine Verlängerung der Wehrpflicht äußerte sich Kickl. Grundsätzlich befürworte er sie – knüpft seine Unterstützung aber an klare Bedingungen. Zunächst müsse klar sein, wie die angekündigte Professionalisierung des Bundesheeres konkret aussehen soll. Außerdem könne nur ein freiheitlicher Regierungschef garantieren, dass österreichische Soldaten als Angehörige eines neutralen Landes „unter keinen Umständen in Konflikte hineingezogen werden, die uns nichts angehen“. exxpress


Die Botschaft Kickls ist deutlich: Er sieht sich nicht als gescheiterten Oppositionsführer, sondern als Kanzler in Wartestellung – und knüpft bereits jetzt die Netzwerke, die er für den nächsten Anlauf braucht.


Quellen: Exxpress, Kronenzeitug (Primärquelle/Interview), APA, ORF, Puls 24, Salzburg24
Credits: APA

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