Kickl feuert aus allen Rohren: FPÖ-Chef dominiert den Politischen Aschermittwoch

Kickl feuert aus allen Rohren: FPÖ-Chef dominiert den Politischen Aschermittwoch

Ried im Innkreis, 18. Februar 2026. Der Politische Aschermittwoch ist in Österreich das, was er schon immer war: eine Bühne für verbale Tiefschläge ohne Rücksicht auf Verluste. FPÖ-Chef Herbert Kickl hat diese Tradition in Ried im Innkreis heuer besonders intensiv gelebt — und SPÖ wie ÖVP gleichermaßen in die Mangel genommen.

„Die SPÖ ist Plemplem geworden“

Gleich zu Beginn seiner Rede holte Kickl einen prominenten Kronzeugen ins Spiel: Jugendforscher Bernhard Heinzlmaier, der die SPÖ zuletzt scharf kritisiert hatte und nach 42 Jahren Mitgliedschaft aus der Partei ausgetreten war. Kickl griff dessen Analyse auf: „Die Intelligenz ist bei den Sozialisten etwas, das im Aussterben begriffen ist. Das sag nicht ich, sondern der Professor Bernhard Heinzlmaier. Die SPÖ ist Plemplem geworden.“

Vizekanzler Andreas Babler bezeichnete Kickl als „Zornbinkel“ — und behauptete, aus internen SPÖ-Sitzungen Informationen zu haben: Babler soll demnach in einer Parteirunde getobt haben, weil jeder dritte Österreicher die FPÖ wähle. Kickls Pointe dazu: Babler wolle nun dafür sorgen, dass künftig jeder Zweite die FPÖ wählt.

„Verliererampel“ und „politisch Hirntoter“

Die neue Bundesregierung aus ÖVP, SPÖ und Neos bezeichnete Kickl als „Verliererampel“ — und setzte noch einen drauf: „Diese Verliererampel ist ein politisch Hirntoter.“ OÖ-Landeshauptmann Thomas Stelzer warf er vor, „händchenhaltend“ beim „größten Wählerverrat“ dabei gewesen zu sein, weil es statt einer blau-schwarzen Koalition eben diese Dreiparteienregierung gab.

Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer erklärte Kickl kurzerhand für „absolut ungeeignet“ und verglich ihn mit jemandem, der bei der Stellungskommission als untauglich gilt.

Ö3-Hitparade und Seitenhieb auf Babler in New York

Mit spürbarer Freude verwies Kickl darauf, dass die FPÖ jüngst die Ö3-Hitparade „gecrasht“ habe. Er liege damit nicht nur vor Kanzler Stocker und Vizekanzler Babler, sondern auch vor internationalen Acts wie Linkin Park, Bruce Springsteen und Lady Gaga — „und damit meine ich nicht die Dame im Außenministerium“, so Kickl mit Verweis auf Außenministerin Beate Meinl-Reisinger.

Bablers Auslandsreise nach New York nutzte Kickl ebenfalls für eine Spitze: Der SPÖ-Chef sei mittlerweile nur noch in New York anzutreffen, wo er sich „an Laternenpfosten anlehnt“ — eine Anspielung auf ein Foto des Vizekanzlers aus der US-Metropole, das zuletzt in sozialen Netzwerken kursierte.

Wöginger und die Geschlechtsänderung

Für Aufsehen sorgte ein Abschnitt über den aktuellen gesellschaftspolitischen Diskurs rund um Geschlechtseinträge. Kickl spielte auf den Fall eines Wieners an, der seinen amtlichen Geschlechtseintrag geändert hatte — mutmaßlich, um früher in Pension gehen und eine Haftstrafe in einem Frauengefängnis absitzen zu können. Der Wiener Magistrat hat diese Änderung laut oe24 mittlerweile widerrufen.

Kickl nutzte den Fall, um ÖVP-Klubobmann August Wöginger zu attackieren: „Als nächstes wird August Wöginger sein Geschlecht ändern. Bald gibt es die Augustine Wöginger.“

Gastpatienten und ein verzerrtes Bild

Beim Thema Gesundheit griff Kickl zu einer Formulierung, die einer Einordnung bedarf: Er behauptete, dass Patienten aus anderen Bundesländern beim Zugang zu Spitälern die „Arschkarte gezogen“ hätten, weil Menschen aus Ländern wie dem Irak, Afghanistan oder Syrien mit „22 Millionen Behandlungen“ in zehn Jahren „viel Platz“ wegnähmen. Wie oe24 selbst festhält: In diesem Zeitraum wurden in Österreich insgesamt rund 800 Millionen stationäre und ambulante Leistungen erbracht. Der Anteil der von Kickl genannten Gruppen beträgt damit lediglich 2,75 Prozent.

Quelle: oe24.at
Credits: APA

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