Scharfe Worte aus dem Bierzelt: FPÖ-Chef Herbert Kickl hat beim traditionellen Maiaufmarsch seiner Partei in Linz den ORF mit einer Breitseite überzogen — und dabei sprachlich keine Samthandschuhe angezogen.
Generalangriff auf den ORF im Festzelt
Beim alljährlichen 1.-Mai-Aufmarsch der FPÖ am Urfahraner Jahrmarkt in Linz hat Kickl das Thema ORF zum zentralen Angriffspunkt seiner Rede gemacht. Wie unter anderem die Tiroler Tageszeitung und Salzburger Nachrichten berichten, forderte er unmissverständlich: „Wir sperren das Werkl zu, wir machen eine Neuaufstellung.“ Im ORF ortet er demnach eine Sammlung aus „angeblichen Journalisten, die in Wahrheit nichts anderes sind als Politkommissare der Systemparteien“, dazu „schamlose Millionenpensionen“, „triebgesteuerte Lustmolche“, „Koksnasen“ sowie „Freimaurerlogen und Netzwerke, die sich gegenseitig die Geschäfte zuschanzen.“
Auf den ORF-Werbeslogan „ORF – wie wir“ anspielend, legte Kickl nach: „Sicher nicht. So sind wir nicht.“
Systemwechsel als großes Versprechen
Der ORF-Angriff war eingebettet in ein umfassenderes Programm. Wie VOL.at berichtet, skizzierte Kickl vor seinen Anhängern sein „Projekt Volkskanzlerschaft“ und rief einen umfassenden Systemwechsel aus — nicht nur beim Rundfunk, sondern auch im Asyl-, Gesundheits- und Bildungssystem. Den Weg dorthin fasste er so zusammen: „Wenn wir das machen, tun wir nichts anderes, als dass wir die Demokratie auf ihren gesunden Kern zurückführen.“
Als Vorbild für den ORF-Umbau nannte er ausgerechnet Ungarns neuen Regierungschef Peter Magyar — den politischen Gegner seines bisherigen Verbündeten Viktor Orbán. Wer Magyar für seine Medienreformen bejubele, könne das Gleiche von Kickl erwarten, so die Logik des FPÖ-Chefs.
Breiter Rundumschlag gegen Regierung und EU
Auch die aktuelle Bundesregierung ließ Kickl nicht ungeschoren. Diese sei laut oe24 „die Fundamentalopposition gegen die eigene Bevölkerung“. Hätte die Koalition nur „einen Funken Anstand“, würde sie den Weg für Neuwahlen freimachen. Zusätzlich warnte er vor einem EU-Beitritt der Ukraine — dieser wäre „das Todesurteil für die österreichische Landwirtschaft“ — und kritisierte die Finanzierung des Krieges: „Wir finanzieren gegen unseren Willen einen Krieg, der uns nichts angeht.“
Zum Abschluss gab er sich kämpferisch: „Wir brauchen nur mehr eine einzige Nationalratswahl und dann treten wir ein in eine neue Epoche.“
Credits: APA
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