Kein Weihnachtsgeld: Sparpaket trifft Österreichs Polizisten

Kein Weihnachtsgeld: Sparpaket trifft Österreichs Polizisten

Das Budgetloch im Innenministerium sorgt für Unmut: Der jährliche Weihnachtsbonus für alle Bediensteten des Ressorts, inklusive der zahlreichen Polizisten, wurde ersatzlos gestrichen. Statt der gewohnten 125 Euro brutto als kleines Dankeschön zum Fest herrscht nun gähnende Leere auf dem Lohnzettel.

FPÖ-Anfrage bringt Sparmaßnahme ans Licht

Die brisante Information wurde durch eine parlamentarische Anfrage der FPÖ an Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) öffentlich. In seiner Beantwortung, die auf der Website des Parlaments einsehbar ist, bestätigt Karner die Streichung. „Die Auszahlung einer Basisbelohnung für alle Bediensteten meines Ressorts (…) wurde auf Grund der derzeit vorherrschenden Budgetsituation für alle Bediensteten des Ressorts – und eben nicht nur für die Exekutive – ausgesetzt“, zitiert unter anderem oe24.at aus dem Schreiben. Die Personalvertretung sei darüber in Kenntnis gesetzt worden.

Durch diese Maßnahme, so das Innenministerium, konnte eine „erhebliche Kostenreduzierung“ erzielt werden. Man sei im Vergleich zum Vorjahr mit der Hälfte des Budgets für Belohnungen ausgekommen.

Gewerkschaft tobt: „Letzte Motivation genommen“

Während das Ministerium auf Nachfrage der FPÖ angibt, es lägen keine Rückmeldungen über demotivierte Beamte vor, zeichnen Medienberichte ein anderes Bild. Insbesondere in Salzburg sorgt die Entscheidung für Empörung. Wie die „Kronen Zeitung“ und „Heute“ bereits im September 2025 berichteten, wurde dort die Streichung für gleich zwei Jahre angekündigt.

Der rote Polizeigewerkschafter Andreas Gruber fand damals deutliche Worte. „Anerkennung für die Polizisten gibt es scheinbar im Innenministerium nicht“, sagte er gegenüber der „Krone“. Er kritisierte, dass man jenen, die „das Hamsterrad am Laufen halten“, auch noch die letzte Motivation nehme.

Gießkanne ade: Nur noch „besondere Leistungen“ zählen

Das Ministerium und die Landespolizeidirektion Salzburg verteidigen den Schritt. Anstelle der pauschalen Prämie nach dem Gießkannenprinzip sollen künftig gezielt „besondere Leistungen“ honoriert werden. Die Landespolizeidirektion Salzburg erklärte laut „Krone“, die bisherige Prämie sei zu gering für „echte Anerkennung“ gewesen und nicht treffsicher, da auch „mäßig motivierte Mitarbeiter“ belohnt worden seien. Zukünftig soll der Topf für leistungsorientierte Belohnungen größer werden, um überdurchschnittliche Leistungen mit spürbaren Beträgen honorieren zu können. Ob diese neue Regelung den Frust über den gestrichenen Bonus bei der breiten Masse der Beamten lindern kann, bleibt abzuwarten.

Quellen: oe24.at, parlament.gv.at, krone.at, heute.at
Credits: APA

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