Kein generelles Hitzefrei – aber Wahlfreiheit für Eltern

Kein generelles Hitzefrei – aber Wahlfreiheit für Eltern

Ein flächendeckendes „Hitzefrei“ bleibt jedoch ausgeschlossen. „Man wolle das Problem nicht an die Familien delegieren“, so Wiederkehr – schließlich seien die Bedingungen zuhause oft nicht besser als in der Schule. Eltern sollen sich aber darauf verlassen können, dass eine Betreuung stattfindet, falls der Nachmittagsunterricht ausfällt.

Ab Warnstufe 3 dürfen Eltern ihre schulpflichtigen Kinder aber auf eigenen Wunsch zuhause lassen. „Es wird hier ein berechtigtes Fernbleiben ermöglicht, wenn am Standort Maßnahmen getroffen werden“, erklärte der Minister. Ab der Sekundarstufe 2 soll zusätzlich die Möglichkeit bestehen, auf Distance Learning umzustellen. Die dafür nötigen gesetzlichen Grundlagen fehlen aber noch – sie sollen erst bis Juni 2027 geschaffen und angewendet werden. Einen konkreten Aktionsplan mit dem Namen „Coole Schule“ will Wiederkehr im Lauf des Sommers ausarbeiten.

Sommerferien-Vorverlegung: Diskussion geht weiter

Auch eine Vorverlegung der Sommerferien stand beim Gipfel zur Debatte. Laut GeoSphere-Generaldirektor Andreas Schaffhauser würde das eine spürbare, aber überschaubare Entlastung bringen: Verschiebt man die Ferien um zwei Wochen nach vorne, gäbe es im Schnitt der Landeshauptstädte etwa 1,3 Hitzetage weniger während der Schulzeit. Der Grund: Im Juni und Juli treten deutlich mehr Hitzetage auf als im August und September, weil die Nächte dann bereits länger und damit kühler sind.

Eine Vorverlegung mache aber nur Sinn, wenn sie österreichweit einheitlich erfolgt, betonte Wiederkehr. Eine erste Einigung mit den Bundesländern könnte es beim Treffen der Landes-Bildungsreferenten im Herbst geben.

50 Schulen werden gekühlt – Geld kommt aus bestehendem Budget

Für bauliche Maßnahmen wurden bundesweit 50 Bundesschulen ausgewählt, die etwa mit Jalousien oder Klimatisierung einzelner Räume ausgestattet werden sollen. Neubauten sollen künftig grundsätzlich klimafit errichtet werden. Laut Wiederkehr ist das nötige Geld bereits in den mehr als 400 Millionen Euro enthalten, die jährlich für die Infrastruktur der Bundesschulen zur Verfügung stehen. Eine Sanierung aller Schulstandorte würde hingegen mehrere Milliarden Euro kosten und könne daher nur schrittweise erfolgen.

Kritik von Grünen und Greenpeace

Der Opposition geht der Plan nicht weit genug. Die stellvertretende Klubobfrau der Grünen, Sigrid Maurer, kritisierte laut einer Presseaussendung, dass ein verbindlicher Zeitplan sowie die Garantie fehlten, dass die Maßnahmen tatsächlich umgesetzt werden. Zudem bemängelte sie, dass bauliche Maßnahmen nur für 50 Schulen vorgesehen seien und dafür kein zusätzliches Geld bereitgestellt werde.

Auch Greenpeace forderte mehr Budget und Ressourcen. Klimaexperte Marc Dengler sprach sich für Sanierungen, außenliegende Beschattung und moderne Lüftungssysteme aus, wertete den Hitzeschutzgipfel aber immerhin als wichtiges Signal.

Der Klimawandel als Ursache

Die Ursache der Entwicklung liegt laut GeoSphere-Chef Schaffhauser klar im Klimawandel: Hitzetage und Tropennächte würden künftig nur noch häufiger. Sollte die Erwärmung im bisherigen Tempo weitergehen, könnten die Temperaturen bis Ende dieses Jahrhunderts um fünf Grad höher liegen als heute bekannt. Aus wissenschaftlicher Sicht sei es daher entscheidend, Netto-Null-Emissionen zu erreichen, um den Anstieg zu begrenzen.

Credits: BKA/Valentin Brauneis

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