Ein Strandbad in Sachsen-Anhalt lässt Besucher ohne ausreichende Deutschkenntnisse nicht mehr eintreten. Der Betreiber begründet die umstrittene Regelung mit Sicherheit – und bekommt Gegenwind.
Der Vorfall, der alles auslöste
Am vergangenen Wochenende musste im Heidebad im deutschen Halle (Sachsen-Anhalt) ein Kleinkind gerettet werden, wie nachrichten.at und mehrere deutsche Medien unter Berufung auf die Deutsche Presse-Agentur berichten. Dieser Vorfall war der unmittelbare Anlass für Geschäftsführer Mathias Nobel, eine neue Einlassregel durchzusetzen: Wer am Eingang keine ausreichenden Deutschkenntnisse zeigt, wird seither nicht mehr eingelassen.
„Mein Personal ist so schon an der Grenze“
Nobel begründet die Entscheidung gegenüber der dpa mit der Sicherheit der Badegäste: „Wir müssen uns sicher sein, dass die Besucherinnen und Besucher unsere Baderegeln verstehen und so konsequent sein, um die Sicherheit der Badegäste gewährleisten zu können“, sagte er laut nachrichten.at. Es gehe vor allem darum, dass die Gäste wüssten, wie sie sich am Wasser zu verhalten hätten. Falle am Eingang auf, dass es Verständnisprobleme gebe, werde im Einzelfall entschieden, wie verfahren werde.
Ein zweites Motiv ist laut Nobel die Entlastung seines Personals. Wie die Pforzheimer Zeitung berichtet, habe es in der Vergangenheit Diskussionen gegeben, weil Bademeister nicht bereit gewesen seien, Schwimmregeln einzeln in ein Übersetzungsprogramm zu sprechen. „Mein Personal ist so schon an der Grenze“, wird Nobel zitiert. Vor allem an heißen Tagen wie am vergangenen Wochenende sei der Einlass des Bades so stark frequentiert, dass eine neue Regelung nötig geworden sei – ergänzend zu Hinweisschildern, die an mehreren Stellen im Bad bereits aufgehängt seien.
Kritik – aber keine Kursänderung
Für seine Entscheidung habe er auch Kritik erhalten, räumte Nobel laut dpa ein. Die Reaktion des Geschäftsführers ist eindeutig: „Wir bleiben da aber konsequent.“
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