Kein Benzin, kein Strom: Die Krim versinkt in der Versorgungskrise

Kein Benzin, kein Strom: Die Krim versinkt in der Versorgungskrise

Die Ukraine trifft die Krim mit gezielten Drohnenangriffen auf Treibstoffinfrastruktur und Versorgungsrouten – mit dramatischen Folgen für die Bevölkerung und den Tourismus auf der besetzten Halbinsel.

Benzinverkauf für Privatpersonen komplett gestoppt

Die Treibstoffkrise auf der Krim hat eine neue Eskalationsstufe erreicht. Wie Euronews unter Berufung auf Telegram-Mitteilungen der russischen Besatzungsbehörden berichtet, hat der von Moskau eingesetzte Krim-Gouverneur Sergej Aksjonow am Sonntag den Benzin- und Dieselverkauf für Privatpersonen sowie Unternehmen vollständig eingestellt. „Kraftstoff liefern wir nur noch an staatliche Stellen, die den Betrieb und die Sicherheit der Republik Krim gewährleisten“, erklärte Aksjonow laut Euronews. Auch der Statthalter von Sewastopol, Michail Raswoschajew, musste die für Sonntag geplante Benzinzuteilung für Autofahrer absagen – die Lieferungen hätten sich weiter verzögert, teilte er auf Telegram mit.

Kein Licht, keine Veranstaltungen in Sewastopol

Wie oe24 und t-online unter Berufung auf Reuters berichten, gehen die Einschränkungen noch weiter: In der Hafenstadt Sewastopol wurden für Montag alle öffentlichen Open-Air-Veranstaltungen abgesagt. Es werde auch keine Straßenbeleuchtung geben, so Raswoschajew. Er rief die Bevölkerung zum Stromsparen auf.

Ukrainische Strategie: Krim zur Insel machen

Hinter der Krise steckt eine klare ukrainische Strategie. Wie oe24 berichtet, hatte Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow zuletzt von einem „Fenster der Möglichkeiten“ gesprochen und eine weitere Isolation der Halbinsel angekündigt: „Es sieht so aus, als ob sich die Krim in Kürze in eine Insel verwandelt.“ Die Ukraine greift laut oe24 seit Wochen gezielt Tanklager, Raffinerien, Nachschubtransporte und militärische Logistikzentren an. Zuletzt wurden laut Tagesspiegel nach Angriffen auf eine Eisenbahnbrücke über den Nord-Krim-Kanal auch Bahnverbindungen teilweise eingestellt, und die Krimbrücke wurde für den Autoverkehr gesperrt.

Kremlnahe Militärblogger wie Rybar räumten laut news.de ein, dass die Treibstoffkrise das Ergebnis eines „konsequenten Drucks auf die Versorgungsrouten der Halbinsel“ sei. Selenskyj lobte die „erfolgreiche Arbeit“ der ukrainischen Geheimdienste: „Ziele auf beiden Seiten der Krim-Brücke wurden getroffen: Seelogistik für den Transport von Öl in der Region Krasnodar und ein Öllager im vorübergehend besetzten Kertsch“, teilte er laut der Frankfurter Allgemeinen Zeitung mit.

Tourismus bricht ein

Die wirtschaftliche Wirkung ist verheerend. Das Krim-Medium Inzhir Media berichtete laut news.de, dass bereits rund 80 Prozent der Buchungen für Juni storniert worden seien. Die Tourismusindustrie auf der Krim erwarte laut Tagesspiegel, dass in diesem Sommer wegen der ukrainischen Angriffe und der Versorgungskrise Millionen von Urlaubern wegbleiben. Die Krim galt bislang als beliebtes Urlaubsziel russischer Bürger – langen Schlangen an Tankstellen und Unsicherheit über weitere Angriffe haben das Bild in dieser Saison grundlegend verändert.

Credits: Von Kremlin.ru, CC BY 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=123219163

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