Kanzler Stocker: Evakuierungen und Energiesicherheit im Fokus

Kanzler Stocker: Evakuierungen und Energiesicherheit im Fokus

Die Eskalation im Nahen Osten hat auch Österreich erreicht. Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) wandte sich am Montag mit klaren Botschaften an die Öffentlichkeit: Die Sicherheit der Österreicher im Krisengebiet und die Energiesicherheit des Landes stehen an oberster Stelle.

Evakuierungen aus dem Nahen Osten: „Wir lassen niemanden zurück“

Rund 17.700 Österreicher befinden sich laut Außenministerium in der Krisenregion, darunter 2.600 Reisende. Kanzler Stocker versprach, alle verfügbaren Mittel einzusetzen, um die Betroffenen in Sicherheit zu bringen. „Wir werden jedem einen Flugplatz bieten. Wir lassen niemanden zurück“, betonte er. Allerdings gestaltet sich die Lage schwierig: Die Transportflugzeuge des Bundesheeres sind derzeit nicht einsatzfähig. Eine Maschine befindet sich in Langzeitwartung, die andere ist aufgrund eines Tankschadens außer Betrieb.

Die Evakuierungen sollen daher über zivile Flugverbindungen und in Zusammenarbeit mit anderen Staaten erfolgen. Gleichzeitig rät das Außenministerium den Betroffenen, in ihren Unterkünften zu bleiben und sich über die Plattform „reiseregistrierung.at“ zu melden.

Energiesicherheit: Österreich gut vorbereitet

Die Schließung der Straße von Hormus, einer der wichtigsten Handelsrouten für Öl, hat weltweit für Unruhe gesorgt. Doch Österreich sieht sich gut gerüstet. „Die strategischen Reserven sind ausreichend gefüllt“, erklärte Stocker nach einem Gespräch mit OMV-Chef Alfred Stern. Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer und Staatssekretärin Elisabeth Zehetner prüfen die Lage laufend.

Terrorwarnstufe 4: Schutz kritischer Infrastruktur

Die Terrorwarnstufe in Österreich bleibt bei 4 von 5. Laut Stocker gibt es keine konkreten Hinweise auf Anschläge, dennoch wurden die Sicherheitsmaßnahmen verstärkt. Besonders neuralgische Punkte wie Energieanlagen, Flughäfen und Botschaften werden geschützt. Demonstrationen im Inland verliefen bisher friedlich, werden jedoch genau beobachtet.

Sky Shield: Schutz vor Bedrohungen aus der Luft

Ein weiteres Thema ist die Beteiligung Österreichs am europäischen Luftverteidigungsprojekt „Sky Shield“. „Es dient dem Schutz vor modernen Bedrohungen wie Drohnen und Raketen“, so Stocker. Die Neutralität Österreichs sieht er dadurch nicht gefährdet.

Nationale und internationale Zusammenarbeit

Am Mittwoch tritt der Nationale Sicherheitsrat zusammen, um über die aktuelle Lage zu beraten. Österreich steht zudem in engem Austausch mit EU-Partnern und internationalen Sicherheitsdiensten. „Die Entwicklungen im Nahen Osten haben unmittelbare Auswirkungen auf uns“, betonte Stocker.

Quellen: oe24.at, weekend.at, meinbezirk.at
Credits: APA

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