Frankfurt – Paukenschlag bei der AUA-Mutter Lufthansa! Der deutsche Luftfahrt-Riese setzt den Rotstift an und plant, bis zum Jahr 2030 satte 4.000 Stellen zu streichen. Ein Beben, das durch den gesamten Konzern geht und Tausende Mitarbeiter in Unsicherheit stürzt. Wie das Unternehmen am Rande seines Kapitalmarkttages in München mitteilte, soll vor allem in der Verwaltung gespart werden.
Der digitale Rotstift: Computer ersetzen Kollegen
Die Lufthansa will ihre Prozesse, wie es in der offiziellen Mitteilung heißt, „digitalisieren, automatisieren und bündeln“. Hinter diesen nüchternen Worten verbirgt sich ein knallharter Sparkurs. Jeder fünfte Verwaltungsjob steht auf der Kippe. Konzernchef Carsten Spohr hatte bereits intern angekündigt, die Verwaltungskosten um 20 Prozent senken zu wollen, wie das „Handelsblatt“ berichtet. Aus den ursprünglich vermuteten 3.000 betroffenen Stellen wurden nun offiziell 4.000. Die Maßnahme soll vor allem den Standort Deutschland treffen, wo die meisten der zuletzt rund 103.000 Konzernmitarbeiter beschäftigt sind.
Während in Deutschland die Angst umgeht, können die Mitarbeiter der Tochter-Airline Austrian Airlines vorerst aufatmen. „Wir planen kein formales Abbauprogramm der lokalen Verwaltung“, zitiert „Die Presse“ aus einer Aussendung der AUA. Man setze auf natürliche Abgänge durch Pensionierungen und Fluktuation.
Aktionäre sollen jubeln, Mitarbeiter zittern
Während die Belegschaft bangt, schraubt der Konzern seine Finanzziele nach oben. Europas größtes Luftverkehrsunternehmen will künftig einen operativen Gewinn von acht bis zehn Prozent des Umsatzes erzielen, wie die „Tagesschau“ meldet. Bisher lag die Zielmarke bei acht Prozent. Die Aktionäre dürfen sich freuen: Sie können weiterhin mit einer saftigen Dividende rechnen.
Um die Kassen klingeln zu lassen, sollen die verschiedenen Fluggesellschaften wie Swiss, Austrian und Brussels Airlines enger zusammengefasst und zentraler gesteuert werden. Alles für die Zukunftsfähigkeit – und für „attraktive Renditen für die Aktionäre“, so der Konzern.
Droht jetzt der große Streik-Herbst?
Doch die Ruhe am Himmel könnte trügerisch sein. Neben dem Stellenabbau braut sich an anderer Front neues Unheil zusammen. Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) lässt ihre Mitglieder über einen neuen Streik abstimmen. Der Grund: ein erbitterter Streit um die Betriebsrenten. Die Lufthansa wies die Forderungen als „unbezahlbar“ zurück. Bereits im vergangenen Jahr hatten Streiks die Bilanz des Konzerns schwer belastet. Nun droht eine neue Welle von Arbeitskämpfen, die den Flugbetrieb empfindlich treffen und die ehrgeizigen Sparpläne durchkreuzen könnte. Für die Passagiere und Mitarbeiter der Lufthansa brechen unsichere Zeiten an.
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