Kabinettsrekord: 409 Mitarbeiter für die Bundesregierung – so viele wie nie zuvor

Kabinettsrekord: 409 Mitarbeiter für die Bundesregierung – so viele wie nie zuvor

Die österreichische Bundesregierung beschäftigt aktuell 409 persönliche Mitarbeiter in den Kabinetten der Ministerien – so viele wie noch nie in der Zweiten Republik, berichtet oe24.at. Diese Zahl umfasst Assistenten, Referenten und weitere direkte Mitarbeiter der 21 Regierungsmitglieder inklusive Kanzler, Vizekanzler, Minister und Staatssekretäre. Damit ist der Personalstand im Regierungspersonal auf einem historischen Höchststand.

Monatskosten steigen auf fast vier Millionen Euro

Laut oe24 entstehen durch diese Struktur Personalkosten von rund 3,74 Millionen Euro pro Monat – ein deutlicher Anstieg gegenüber früheren Perioden. Insbesondere die Kabinette einzelner Ministerien weisen hohe Personalkosten auf: So beschäftigt etwa das Innenministerium mit Kabinett und Staatssekretariat 49 Personen, was allein über 441.000 Euro monatlich kostet.

Die Zahlen kommen aus der Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage von Grünen-Politikerin Alma Zadić. Sie hatte die Regierung nach dem Personalstand in den Ministerbüros gefragt, was den enormen Personalaufwand erstmals transparent machte.

Entwicklung im Vergleich zu früheren Regierungen

Die aktuelle Kabinettsgröße markiert einen neuen Spitzenwert – noch nie zuvor waren so viele persönliche Mitarbeiter in den Ministerien tätig. Zum Vergleich: Im 4. Quartal 2025 waren laut derselben Quelle schon hohe Personalstände erreicht worden, doch nun wurde der Rekord weiter übertroffen.

Frühere Regierungen beschäftigten bereits zahlreiche Mitarbeiter, lagen aber meist darunter: So hatte die Ampel-Koalition Mitte 2025 rund 364 Kabinettsmitglieder gezählt und monatliche Kosten von etwa 2,8 Millionen Euro ausgewiesen. Damals war diese Zahl kritisch diskutiert worden – auch im Vergleich zur früheren ÖVP-FPÖ-Koalition von 2019, die über 395 Mitarbeiter verfügte.

Noch weiter zurück reicht ein Blick auf vergangene Regierungen wie jene von Brigitte Bierlein, die mit rund 190 Mitarbeitern deutlich kleiner aufgestellt war – damals ohne die umfangreichen Kabinette der Parteienkoalitionen der späten 2010er Jahre.

Kritik an aufgeblähten Kabinetten

Die Entwicklung sorgt in der politischen Debatte für Kritik. Oppositionspolitiker werfen der Regierung vor, sich trotz Sparappellen an anderer Stelle einen aufgeblähten Apparat im politischen Betrieb zu leisten. Insbesondere die Ausgaben für Presse- und Medienarbeit innerhalb der Kabinette werden als Beispiele genannt, wo große Personalanstiege zu beobachten sind.

Einordnung

Die Zahl von 409 persönlichen Mitarbeitern umfasst ausschließlich die direkten Mitarbeiter der Minister- und Staatssekretärskabinetts – ohne Hundertschaften der allgemeinen Bundesverwaltung oder öffentlich-rechtlicher Dienste. Der Gesamtetat des öffentlichen Dienstes ist weitaus größer und umfasst beispielsweise die gesamte Bundesverwaltung mit über 135.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im öffentlichen Dienst.


Quellen: oe24.at Nachrichten von 20. Februar 2026; frühere oe24.at-Recherchen zu Kabinettsgrößen; Regierungsangaben aus parlamentarischen Anfragen.
Credits: APA

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