Eine aktuelle Studie des Forschungsinstituts Foresight zeigt alarmierende Ergebnisse: Nur 41 Prozent der 16- bis 26-Jährigen in Österreich vertrauen dem Parlament. Die Ergebnisse wurden im Rahmen des „Demokratie Monitors 2025“ präsentiert und werfen ein Schlaglicht auf die wachsende Kluft zwischen jungen Menschen und politischen Institutionen.
Vertrauen in die Demokratie bleibt stabil
Trotz des sinkenden Vertrauens in das Parlament bleibt die Zustimmung zur Demokratie als Staatsform ungebrochen. Laut der Studie halten 89 Prozent der jungen Menschen die Demokratie weiterhin für die beste Regierungsform. Dieser Wert ist seit der ersten Erhebung im Jahr 2018 stabil geblieben.
Repräsentationslücke und soziale Ungleichheit
Ein zentraler Punkt der Studie ist die sogenannte „Repräsentationslücke“. Nur 32 Prozent der Jugendlichen fühlen sich mit ihren Anliegen im Parlament vertreten – ein Wert, der sich seit 2018 halbiert hat. Besonders betroffen sind junge Frauen und Menschen aus einkommensschwachen Haushalten. Während 44 Prozent der jungen Männer dem Parlament vertrauen, sind es bei den Frauen nur 37 Prozent. Studienautorin Martina Zandonella führt dies auf soziale und wirtschaftliche Ungleichheiten zurück.
Politisches Interesse bleibt hoch
Entgegen der Annahme, dass junge Menschen politikverdrossen sind, zeigt die Studie ein hohes politisches Interesse. Neun von zehn Jugendlichen waren im vergangenen Jahr politisch aktiv, sei es durch Wahlen, Demonstrationen oder Engagement in Parteien. Soziale Medien spielen dabei eine zentrale Rolle: 69 Prozent der Befragten informieren sich über Plattformen wie Instagram, ein deutlicher Anstieg im Vergleich zu 2018.
Forderungen nach mehr Teilhabe
In einer anschließenden Podiumsdiskussion im Parlament betonten Vertreter aller Parteien die Notwendigkeit, jungen Menschen mehr Zugang zu politischen Prozessen zu ermöglichen. FPÖ-Jugendsprecher Sebastian Schwaighofer forderte, die Anliegen der Jugend ernster zu nehmen, während Grünen-Abgeordnete Barbara Neßler auf die Bedeutung sozialer Medien für den politischen Diskurs hinwies.
Quelle: oe24
Credits: APA
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