Jäger rüsten auf: Drohnen-Armada soll Rehkitze retten, Wölfe geraten ins Visier

Jäger rüsten auf: Drohnen-Armada soll Rehkitze retten, Wölfe geraten ins Visier

Niederösterreichs Wälder werden zur High-Tech-Zone: Ein neues Jagdgesetz krempelt die Regeln im Revier komplett um. Während Bambi künftig Schutz von oben bekommt, geht es Wölfen jetzt an den Kragen.

Seit heute gelten in den Niederösterreichischen Wäldern neue Regeln. Das traditionelle Waidwerk bekommt ein massives Technik-Update verpasst. LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf (ÖVP) feiert das Regelwerk bereits als „modernstes Jagdgesetz“.

Lebensretter aus der Luft

Der wohl emotionalste Punkt der neuen Verordnung: Drohnen sind ab sofort offiziell als Retter im Einsatz. Bevor die großen Mähdrescher anrollen, sollen die fliegenden Augen Wiesen und Felder abscannen, um versteckte Rehkitze vor dem sicheren Tod zu bewahren. „Damit leben Jagd und Landwirtschaft ihre Verantwortung für die Tiere vor“, wird Pernkopf von oe24.at zitiert. Auch noe.ORF.at bestätigt, dass die Technik nicht nur zur Kitzrettung, sondern auch zur Wildstandserhebung genutzt werden darf.

Wölfe im Visier

Doch wo Licht ist, ist auch Schatten. Wie die Bauernzeitung berichtet, wird der Wolf nun offiziell als jagdbares Wild ins Gesetz aufgenommen.

Die neue Regelung ist knallhart: Nähert sich ein Wolf einer Siedlung auf weniger als 100 Meter oder reißt er geschützte Nutztiere, darf geschossen werden. Voraussetzung ist lediglich, dass eine vorangegangene Vergrämung erfolglos blieb. „Problemwölfe haben bei uns nichts verloren“, stellt Pernkopf laut oe24.at klar. Damit setzt das Land eine langjährige Forderung der Bauernschaft um.

Massive Ausweitung von Nachtzielhilfen

Was bisher oft eine rechtliche Grauzone oder auf Wildschweine beschränkt war, wird nun Gesetz: Der Einsatz von Nachtzielhilfen wird massiv ausgeweitet. Wie noe.ORF.at meldet, dürfen diese technischen Hilfsmittel künftig auch bei der Jagd auf Raubwild wie Fuchs oder Marder eingesetzt werden.

Neue Regeln für Goldschakale

Eine weitere Premiere im Gesetzbuch: Der Goldschakal und die Nilgans werden ins Jagdrecht aufgenommen. Der Goldschakal, der ähnlich wie der Wolf im Rudel jagt, darf laut noe.ORF.at künftig von Juli bis März bejagt werden. Damit reagiert das Land auf die Zuwanderung neuer Tierarten, die das heimische Ökosystem unter Druck setzen könnten.

Quellen: oe24.at, noe.ORF.at, Bauernzeitung, Land Niederösterreich
Credits: APA

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