Israels Botschafter zur Hass-Attacke gegen jüdische Künstler: „Nicht das Österreich, das ich kenne!“

Israels Botschafter zur Hass-Attacke gegen jüdische Künstler: „Nicht das Österreich, das ich kenne!“

„Ich bin empört und zutiefst betrübt. Dass eine solch abscheuliche Tat im Jahr 2025 ausgerechnet in Wien stattfinden konnte, ist unfassbar“, schreibt David Roet, der Botschafter Israels in Wien auf X. Der Skandal um den Rausschmiss von jüdischen Künstlern aus einer Pizzeria im 15. Bezirk in Wien hat somit die höchste diplomatische Ebene erreicht. exxtra24 hat als erstes Medium bereits Sonntagfrüh über diesen Fall berichtet.

Während das offizielle Österreich bis auf Staatssekretär Alexander Pröll zu diesem bitteren Fall von Antisemitismus bisher schweigt, sagte Israels Botschafter klar, was er dabei fühlt, wenn erneut jüdischen Mitbürgern dieser Stadt das Essen und die Bedienung in einem Lokal verweigert wird, nur weil sie eben Juden sind. David Roet auf X: „DAS IST NICHT DAS ÖSTERREICH, DAS ICH KENNE. Eine Stadt, die den Preis des Hasses nur zu gut kennt, darf diese Finsternis nicht wieder zulassen.“

Und er schreibt auch: „Noch beunruhigender ist, dass ein ähnlicher Vorfall in Tirol gemeldet wurde: hässlicher Hass vor der atemberaubenden Kulisse einer der schönsten Regionen Österreichs. Verurteilungen reichen nicht aus. Es sind Taten nötig. Ich vertraue darauf, dass die österreichischen Bundesbehörden, die Stadt Wien und die Tiroler Landesregierung rasch und entschlossen reagieren werden. Für diese Art von Hass darf es keinerlei Toleranz geben, weder hier noch anderswo.“

Wie von exxtra24 bereits am Sonntagmorgen berichtet, wurde drei jüdischen Künstlern in einer Pizzeria im 15. Bezirk die Bedienung verwehrt, weil sie in hebräisch miteinander gesprochen haben. Einer dieser Künstler deckte diesen Fall von Antisemitismus dann auf X auf. Erwin Javor berichtete: „Erst gestern genossen der Geiger Hagai Shaham, die Pianistin Julia Gurvitch und ich in Wien einen ruhigen Moment in einem gemütlichen kleinen italienischen Restaurant – wir aßen vor unserem Konzert etwas. Natürlich sprachen wir Hebräisch miteinander. Nachdem der Kellner unsere Bestellung aufgenommen hatte, kam er zurück und fragte plötzlich, welche Sprache wir sprächen. Ich antwortete beiläufig: „Englisch und Deutsch.“ „Nein, nein“, beharrte er. „Was hast du gerade gesagt?“ Ich antwortete: „Hebräisch, natürlich.“ Er sah mir direkt in die Augen und sagte ohne zu zögern: „Dann geh. Ich serviere dir kein Essen.“ Einfach so. Der anfängliche Schock und die Demütigung saßen tief. Doch was uns noch tiefer traf, war das, was dann geschah – oder besser gesagt, was nicht geschah. Die Menschen um uns herum waren sichtlich erschrocken, manche warfen uns mitfühlende Blicke zu … und dann wandten sie sich wieder still ihrem Abendessen, ihren Gesprächen und ihrem Wein zu – als wäre nichts geschehen. Willkommen in Europa im Jahr 2025.“

Laut der linkslastigen Tageszeitung Standard bestreitet der Lokalbesitzer, dass es diesen Vorfall gegeben hätte – dass drei Zeugen diesen Skandal erfunden haben, ist aber eher nicht anzunehmen.

Credits: APA/Screenshot

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