Israel und USA greifen Iran an – Wien reagiert mit Forderung nach Deeskalation

Israel und USA greifen Iran an – Wien reagiert mit Forderung nach Deeskalation

Der Nahe Osten steht in Flammen. Am heutigen Samstag haben die USA und Israel gemeinsame Luftangriffe auf den Iran gestartet – eine Eskalation von historischem Ausmaß. Auch Österreich meldet sich zu Wort.

„Operation Epic Fury“: Angriffe auf breiter Front

Es ist der größte US-Militäreinsatz im Nahen Osten seit dem Irak-Krieg 2003. Wie Euronews und Al Jazeera übereinstimmend berichten, haben Israel und die USA am frühen Samstagmorgen koordinierte Luftschläge auf zahlreiche iranische Städte gestartet – darunter Teheran, Isfahan, Täbris, Ghom und Kermanschah. Die Operation trägt in den USA den Namen „Epic Fury“, in Israel „Brüllender Löwe“.

US-Präsident Donald Trump bestätigte die Angriffe in einer vorab aufgezeichneten Videobotschaft und bezeichnete sie als „massive und anhaltende Operation“. Ziel sei es, Irans Raketenprogramm zu zerstören, die iranische Marine zu vernichten und das Atomprogramm dauerhaft zu stoppen. Israelischer Verteidigungsminister Israel Katz sprach laut The Times of Israel von einem „Präventivschlag“, um Bedrohungen für Israel zu beseitigen.

Laut NPR sollen zu den Zielen auch hochrangige Führungspersonen des Regimes gezählt haben – darunter Oberster Führer Ali Khamenei und Präsident Masoud Pezeshkian. Irans Außenminister Abbas Araghchi erklärte gegenüber NBC News, beide seien am Leben.

Iran schlägt zurück – Region in Alarmbereitschaft

Teheran reagierte umgehend. Wie Al Jazeera berichtet, feuerte der Iran Raketen und Drohnen auf Israel sowie auf US-Militärstützpunkte in Qatar, Kuwait, Bahrain und den Vereinigten Arabischen Emiraten ab. Ein iranischer Regierungsvertreter erklärte, alle amerikanischen und israelischen Interessen in der Region seien nun „legitime Ziele“. Israel rief den Ausnahmezustand aus und schloss seinen Luftraum für zivile Flüge.

Besonders erschütternd: Laut der iranischen Staatsagentur IRNA kamen bei einem Luftangriff auf eine Mädchenschule in der südlichen Provinz Hormozgan mindestens 57 Menschen ums Leben.

Wien reagiert: Stocker und Meinl-Reisinger fordern Zurückhaltung

Auch die österreichische Bundesregierung meldete sich rasch zu Wort. Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) schrieb auf X: „Oberste Priorität ist nun, das Leben von Zivilisten zu schützen und eine weitere Eskalation zu vermeiden.“ Gleichzeitig verurteilte er das „iranische Raketen- und Atomprogramm“ und forderte die „Rückkehr zur Diplomatie“.

Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (NEOS) zeigte sich besorgt über eine „weitere Erosion der internationalen Ordnung“ und warnte vor einer „militärischen Eskalationsspirale“. Wie exxpress.at berichtet, rief sie eindringlich zur Deeskalation auf und betonte: „Stabilität und Sicherheit in der gesamten Region und darüber hinaus sind gefährdet.“

Vizekanzler Andreas Babler (SPÖ) verurteilte auf Facebook „jede Form militärischer Gewalt, die zu weiteren Eskalationen in der Region führt“.

EU fordert maximale Zurückhaltung

Auch aus Brüssel kam eine klare Reaktion. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Ratspräsident Antonio Costa riefen laut exxpress.at in einer gemeinsamen Erklärung alle Parteien zur „maximalen Zurückhaltung“ auf. Die Entwicklungen seien „äußerst besorgniserregend“. Alle Seiten müssten Zivilisten schützen und das Völkerrecht achten.

Hintergrund: Wochen eskalierender Spannungen

Die Angriffe kamen nicht aus dem Nichts. Wie die Washington Post berichtet, waren in den Wochen zuvor massive US-Streitkräfte in der Region zusammengezogen worden. Zuletzt waren Atomverhandlungen zwischen Washington und Teheran ergebnislos geblieben. CNN und das Wall Street Journal berichteten unter Berufung auf US-Insider, dass eine mehrtägige Offensive geplant sei.

Die Lage bleibt am heutigen Abend extrem unübersichtlich – und hochgefährlich.


Quellen: exxpress.at, Euronews, Al Jazeera, Washington Post, NPR, X-Statements von Stocker und Meinl-Reisinger (28. Februar 2026)
Credits: APA

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