Israel startet Großoffensive auf Gaza-Stadt

Israel startet Großoffensive auf Gaza-Stadt

Gaza-Stadt steht unter massivem Beschuss, während Israel zehntausende Reservisten mobilisiert und eine beschleunigte Strategie verfolgt. Doch die Offensive wirft drängende Fragen auf: Wie hoch ist der Preis für die Zivilbevölkerung, und welche langfristigen Folgen drohen für die Region?

130.000 Reservisten im Einsatz

Die israelische Armee hat am Mittwochabend eine großangelegte Offensive auf Gaza-Stadt gestartet. Ziel ist es, die letzten Stellungen der Hamas zu eliminieren. Wie das israelische Verteidigungsministerium mitteilte, wurden für die Operation „Gideons Streitwagen B“ weitere 60.000 Reservisten einberufen. Insgesamt sind nun bis zu 130.000 Reservisten im Einsatz, berichtet die Bild.

Premierminister Benjamin Netanjahu hat beschleunigte Zeitpläne für die Übernahme der Stadt angeordnet. Sein Büro erklärte, dass der „Zeitplan für die Eroberung der letzten Terrorhochburgen und die Niederlage der Hamas“ verkürzt werden soll. Details dazu wurden jedoch nicht veröffentlicht.

Kämpfe in Chan Junis: Tunnelangriffe und Verluste

Bereits am Morgen kam es im Süden von Chan Junis zu heftigen Gefechten. Laut Angaben des israelischen Militärs griffen mehr als 15 Hamas-Kämpfer aus einem Tunnelsystem an. Zehn von ihnen wurden eliminiert, während acht weitere in den Tunnel zurückkehrten. Ein israelischer Soldat wurde schwer verletzt, zwei weitere leicht, so ein Sprecher der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF).

Die Hamas setzte bei ihrem Angriff Schusswaffen und Panzerabwehrraketen ein. Der Vorfall sei noch nicht abgeschlossen, erklärte das Militär. Die geflüchteten Kämpfer würden weiterhin verfolgt.

Zivilisten zur Flucht aufgefordert

Die Offensive trifft auf eine Stadt mit rund einer Million Einwohnern. Das israelische Militär hat die Zivilbevölkerung aufgefordert, in den Süden des Gazastreifens zu fliehen. Dort sollen sie in Zeltlagern untergebracht und mit medizinischer Hilfe sowie Nahrungsmitteln versorgt werden, berichtet Bild.

Macron warnt vor „Dauerkrieg“

Während die Kämpfe eskalieren, meldete sich der französische Präsident Emmanuel Macron zu Wort. Auf der Plattform X (ehemals Twitter) warnte er vor einem „Dauerkrieg“ in der Region. Die Offensive könne „nur zu einer echten Katastrophe für beide Völker“ führen, so Macron. Er forderte eine dauerhafte Waffenruhe, die Freilassung aller Geiseln und eine großangelegte humanitäre Hilfe für Gaza.

Ein Ende des Konflikts?

Die Lage bleibt angespannt, und ein schnelles Ende des Konflikts ist nicht in Sicht. Während Israel auf eine vollständige Niederlage der Hamas hinarbeitet, warnen internationale Stimmen vor den humanitären Folgen. Die kommenden Tage werden zeigen, ob die Offensive die erhoffte Wende bringt – oder ob die Region in eine noch tiefere Krise stürzt.

Credits: APA

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