Ein 21-jähriger Österreicher sitzt seit mehr als zwei Jahren in Saudi-Arabien in Haft. Er soll im Namen des IS fünf Menschen in Mekka attackiert haben. Morgen könnte das Urteil fallen – und es könnte die Todesstrafe bedeuten.
Der Anschlag in Mekka
Am 11. März 2024 kaufte sich der damals 19-jährige Niederösterreicher Hasan E. auf einem Markt in Mekka ein Messer und stach damit vor der Al-Harām-Moschee zunächst einem Wachmann in den Hals, wie heute.at, VOL.AT und die Tiroler Tageszeitung übereinstimmend berichten. Bevor er festgenommen werden konnte, griff er noch vier weitere Personen an. Alle fünf Opfer überlebten. Hasan E. war Teil einer radikalislamistischen Terrorzelle – gemeinsam mit Beran A. und Arda K. hatte er geplant, zeitgleich Anschläge in Mekka, Dubai und Istanbul zu verüben. Ziel war es laut Ermittlungen, durch koordinierte Terrorakte Aufstände gegen die jeweiligen Machthaber auszulösen. Als einziger der drei führte er seinen Anschlag tatsächlich durch.
Taylor-Swift-Verbindung
Der Fall Hasan E. ist untrennbar mit dem aufsehenerregenden Terrorprozess in Wiener Neustadt verknüpft: Beran A. plante nach dem gescheiterten Mekka-Anschlag einen Anschlag auf ein Taylor-Swift-Konzert in Wien. Ende Mai wurden Beran A. und Arda K. am Landesgericht Wiener Neustadt wegen Beitragstäterschaft zum versuchten Mord nicht rechtskräftig zu 15 beziehungsweise 12 Jahren Haft verurteilt, wie heute.at berichtet. Im Prozess wurde Hasan E. von den Angeklagten als treibende Kraft dargestellt, der Druck auf die beiden ausgeübt habe, die Anschläge durchzuführen.
Urteil am 23. Juni erwartet
Laut Berichten des Standard und von Puls24 soll das Urteil gegen Hasan E. in Saudi-Arabien am 23. Juni verkündet werden, wie VOL.AT berichtet. Ihm droht die Todesstrafe. Alle bisherigen Versuche, nach Österreich überstellt zu werden, scheiterten. Der Völkerrechtler Ralph Janik hält eine Rückkehr nach Österreich laut einer früheren heute.at-Meldung für wenig wahrscheinlich.
Haftbedingungen: Gebrochene Hand, kein Tageslicht
Über die Haftbedingungen ist öffentlich nur wenig bekannt. Auf Basis eines Haftbesuchsformulars vom 4. Mai 2026, das dem Standard und Puls24 vorliegt, schildert Hasan E. eine dramatische Lage: Er sitze mit 13 weiteren Häftlingen in einer Zelle ohne Betten und ohne Tageslicht, leide an Zahnschmerzen und einer gebrochenen Hand und dürfe nur fünf Minuten pro Woche ins Freie. Zusätzlich sei er bereits zu Schadenersatzzahlungen in Höhe von insgesamt 30.000 saudischen Riyal – umgerechnet rund 7.000 Euro – verurteilt worden, wie heute.at berichtet.
Das Außenministerium bestätigte gegenüber dem Standard, dass die österreichische Botschaft in Riad seit Bekanntwerden der Verhaftung konsularische Unterstützung leistet und regelmäßigen Kontakt hält. Es gilt die Unschuldsvermutung.
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