Irre Summe: Wiederaufbau der Ukraine verschlingt halbe Billion Euro

Irre Summe: Wiederaufbau der Ukraine verschlingt halbe Billion Euro

Vier Jahre nach Beginn des Krieges liegt die Ukraine in Trümmern, und die Rechnung für den Wiederaufbau erreicht astronomische Höhen. Ein aktueller Bericht enthüllt eine schwindelerregende Zahl: Knapp 500 Milliarden Euro werden benötigt, um das Land in den nächsten zehn Jahren wieder auf die Beine zu stellen.

Wohnungen, Straßen, Energie: Eine Spur der Verwüstung

Wie ein gemeinsamer Bericht der Weltbank, der Europäischen Kommission, der ukrainischen Regierung und der Vereinten Nationen zeigt, beläuft sich der direkte Schaden durch den Krieg mittlerweile auf fast 200 Milliarden US-Dollar, was gut 165 Milliarden Euro entspricht. Die Zerstörung ist überall sichtbar.

Besonders hart getroffen wurden der Wohnungsbau, der Verkehrssektor und die Energieversorgung. Laut dem Bericht sind mittlerweile 14 Prozent des gesamten Wohnungsbestandes des Landes beschädigt oder komplett zerstört. Das betrifft mehr als drei Millionen Haushalte, die vor den Trümmern ihrer Existenz stehen. Auch die Schäden an der Energieinfrastruktur sind im Vergleich zum Vorjahr dramatisch gestiegen, wie n-tv berichtet. Die größten Zerstörungen konzentrieren sich dabei auf die Ostukraine und die Region um die Hauptstadt Kiew, wo 75 Prozent des Gesamtschadens verzeichnet wurden.

Wer soll das bezahlen? EU will private Investoren locken

Die prognostizierten Kosten für den Wiederaufbau belaufen sich auf unfassbare 587,7 Milliarden Dollar, also fast 500 Milliarden Euro. Diese Summe entspricht, wie die ukrainische Premierministerin Julia Swyrydenko erklärte, beinahe dem Dreifachen des für 2025 erwarteten Bruttoinlandsprodukts des Landes.

Angesichts dieser gigantischen Herausforderung will die Europäische Union eine Schlüsselrolle spielen. EU-Erweiterungskommissarin Marta Kos kündigte an, dass man verstärkt private Geldgeber und Investoren für den Wiederaufbau gewinnen möchte. Wie die Berliner Zeitung berichtet, könnten demnach rund 40 Prozent des Bedarfs durch den Privatsektor gedeckt werden – vorausgesetzt, die Ukraine setzt notwendige Reformen um, um Investitionen anzukurbeln.

Das wichtigste Kapital: Die Menschen

Trotz der immensen finanziellen Last betonen Experten, dass der wahre Schlüssel zum Erfolg die ukrainische Bevölkerung ist. UN-Koordinator Matthias Schmale hob hervor, dass es vor allem auf die Menschen ankomme. „Das wichtigste Kapital der Ukraine sind ihre Menschen“, so Schmale laut ORF. Die Rückkehr von Flüchtlingen, die Wiedereingliederung von Veteranen und die Förderung der Beschäftigung von Frauen seien entscheidend für eine nachhaltige Erholung des Landes.

Quellen: exxpress.at, deutschlandfunk.de, orf.at, n-tv.de, berliner-zeitung.de, focusplus.de
Credits: APA

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