Irans 14-Punkte-Plan: Viel gefordert, wenig geboten — Trump schon skeptisch

Irans 14-Punkte-Plan: Viel gefordert, wenig geboten — Trump schon skeptisch

Der Iran hat den USA einen überarbeiteten Friedensplan vorgelegt. Was darin steckt, liest sich laut Beobachtern weniger wie ein ernsthaftes Verhandlungsangebot — und mehr wie eine Wunschliste Teherans.

14 Punkte, keine Gegenleistungen

Wie der Blick unter Berufung auf Berichte aus dem Nahen Osten berichtet, hat der Iran am Samstag einen 14-Punkte-Plan an die USA übermittelt. Was bisher über den Inhalt bekannt ist, zeichnet ein klares Bild: Teheran fordert viel und bietet wenig. Der Plan liest sich eher wie eine Provokation als wie ein Angebot, das Washington als Verhandlungsbasis akzeptieren könnte.

Trump gab sich auf Truth Social skeptisch, noch bevor er das Dokument geprüft hatte: „Ich werde mir in Kürze den Plan ansehen, den der Iran uns soeben übermittelt hat“, schrieb er laut Blick, „kann mir aber nicht vorstellen, dass er akzeptabel sein wird, da sie für das, was sie der Menschheit und der Welt in den letzten 47 Jahren angetan haben, noch keinen ausreichend hohen Preis bezahlt haben.“

Irans Bedingungen: Blockade weg, Rhetorik ändern

Die iranischen Forderungen sind nicht neu, aber in ihrer Kompromisslosigkeit bemerkenswert. Außenminister Abbas Araghtschi erklärte laut dem regierungstreuen iranischen Sender Press TV, sein Land sei grundsätzlich bereit, den diplomatischen Prozess fortzusetzen — aber nur, falls die USA ihre „übertriebenen Forderungen, bedrohliche Rhetorik und provokative Handlungen“ zurückschrauben. Zu den zentralen iranischen Bedingungen zählen laut früheren Berichten die sofortige Aufhebung der US-Seeblockade sowie eine neue Rechtsregelung für die Straße von Hormuz.

Beides ist für Washington schwer akzeptierbar: Die Seeblockade ist das stärkste Druckmittel der USA. Und Trump hat den bisherigen Piraterie-Stil — „Wir haben uns das Schiff genommen, wir haben uns das Öl genommen“ — bereits öffentlich gelobt, wie orf.at berichtete.

Verhandlungen stocken — Trump denkt laut über Scheitern nach

Die Lage der Gespräche ist festgefahren. Eine erste Verhandlungsrunde in Pakistan endete laut Wikipedia ergebnislos, eine zweite Runde fand nicht mehr persönlich statt. Trump erklärte, die Verhandlungen liefen nun telefonisch — machte aber keinen Hehl aus seiner Frustration: „Es ist eine sehr zerstrittene Führung“, sagte er laut Euronews über die iranische Seite. Und weiter: „Ehrlich gesagt, vielleicht sind wir besser dran, wenn wir gar keinen Deal abschließen. Das dauert schon viel zu lange.“

Gleichzeitig erklärte Trump die Kampfhandlungen offiziell für beendet — ein juristischer Schachzug, um die War-Powers-Frist zu umgehen — und betonte dennoch, die Bedrohung durch den Iran bleibe „erheblich“. Die US-Marine hält die Seeblockade aufrecht, mehrere Flugzeugträger sind nach wie vor in der Region stationiert.

Was auf dem Spiel steht

Der Ausgang der Verhandlungen hat globale wirtschaftliche Konsequenzen. Die Straße von Hormuz ist eine der bedeutendsten Schiffsrouten der Welt — durch sie fließt ein erheblicher Teil des weltweit gehandelten Erdöls. Solange sie blockiert bleibt, bleiben die Energiepreise hoch, die Inflation unter Druck — und die Nerven der internationalen Märkte angespannt.

Credits: APA

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