Die Verhandlungen zwischen Washington und Teheran gehen weiter – aber eine Einigung ist weit entfernt. Und die Uhr tickt.
Ghalibaf: Fortschritte, aber viele offene Punkte
Wie die Tiroler Tageszeitung unter Berufung auf iranische Staatsmedien berichtet, erklärte Irans Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf am Samstagabend im iranischen Fernsehen, man habe in den laufenden Verhandlungen mit den USA Fortschritte erzielt – sei aber noch „weit von der letzten Gesprächsrunde entfernt“. Es gebe „viele Diskrepanzen“ und „einige grundlegende Punkte“ seien nach wie vor offen. Ghalibaf ist einer der Chefunterhändler Teherans.
Historisches Treffen in Islamabad – ohne Ergebnis
Vorausgegangen war ein historischer Moment: Wie Wikipedia und Al Jazeera übereinstimmend berichten, trafen sich Ghalibaf und eine rund 70-köpfige iranische Delegation am 11. und 12. April 2026 in Islamabad mit US-Vizepräsident JD Vance – begleitet von Sondergesandtem Steve Witkoff und Jared Kushner. Es war das ranghöchste direkte Treffen zwischen Washington und Teheran seit der Islamischen Revolution 1979, vermittelt von Pakistan. Die Gespräche dauerten 21 Stunden – und endeten ohne Einigung.
Wie CNN berichtet, sagte Vance nach den Verhandlungen, die USA hätten ihr „finales und bestes Angebot“ vorgelegt. Iran habe es abgelehnt. Irans Außenministerium sprach hingegen von „überzogenen US-Forderungen“ als Grund für das Scheitern. Strittig waren laut CNN unter anderem die Straße von Hormuz, Irans Atomprogramm, Kriegsreparationen und die Aufhebung von Sanktionen.
Iran erklärt sich zum Sieger – und kontrolliert Hormuz
Ghalibaf legte nach: Der Iran habe den Krieg „auf dem Schlachtfeld“ gewonnen, die USA hätten ihre Kriegsziele nicht erreicht, und der Iran kontrolliere weiterhin die strategisch entscheidende Straße von Hormuz. Der Waffenstillstand sei nur akzeptiert worden, weil die USA iranischen Forderungen zugestimmt hätten – so Ghalibaf laut Tiroler Tageszeitung.
Mittwoch als kritische Deadline
Wie die Tiroler Tageszeitung weiter berichtet, läuft die am 7. April vereinbarte zweiwöchige Waffenruhe nach aktuellem Stand am kommenden Mittwoch aus. Ein Termin für eine neue Verhandlungsrunde wurde laut dem iranischen Vizeaußenminister bisher nicht festgelegt. Pakistan, das als Vermittler fungiert, arbeitet laut Wikipedia intensiv daran, beide Seiten noch vor Ablauf der Frist erneut an den Tisch zu bringen.
Ob das gelingt, ist offen. Was feststeht: Scheitert auch die nächste Runde, droht eine Rückkehr zu offenem Konflikt – mit globalen Folgen für Energieversorgung und Weltwirtschaft.
Credits: APA
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