Fast vier Wochen Iran-Krieg, tausende Tote, explodierende Ölpreise — und jetzt ein Friedensplan, den Teheran postwendend zurückweist. Die Reaktion aus Washington fiel wenig diplomatisch aus.
Der 15-Punkte-Plan und seine Ablehnung
Wie die New York Times und Axios unter Berufung auf anonyme US-Beamte berichteten, haben die USA dem Iran einen 15-Punkte-Plan zur Beendigung des Krieges übermittelt — über Pakistan als Vermittler. Der Plan sieht laut diesen Berichten unter anderem strenge Beschränkungen für das iranische Atomprogramm, einen Stopp der Urananreicherung und ballistischer Raketentests, die Herausgabe bestehender Bestände an angereichertem Uran sowie die Wiedereröffnung der Straße von Hormuz vor. Im Gegenzug sollen Sanktionen gelockert werden. US-Sondergesandter Steve Witkoff soll Trump laut Axios mitgeteilt haben, dass die Iraner bei mehreren zentralen Punkten Bereitschaft signalisiert hätten.
Doch Irans Staatssender Press TV berichtete, Teheran habe den Plan über die Vermittlerstaaten abgelehnt. „Der Iran hat negativ auf einen amerikanischen Vorschlag reagiert. Das Ende des Krieges wird eintreten, wenn der Iran entscheidet, dass er enden soll — und nicht, wenn Trump sich dessen Ende vorstellt“, zitierte Press TV einen anonymen Regierungsvertreter. Offizielle Stellungnahmen des iranischen Außenministeriums blieben aus.
Trumps Drohung: „Bereit, die Hölle losbrechen zu lassen“
Die Reaktion des Weißen Hauses ließ nicht lange auf sich warten. Wie Euronews und zdfheute.de berichten, sagte Regierungssprecherin Karoline Leavitt am Mittwoch in Washington: „Wenn der Iran die Realität nicht akzeptiert, wenn er nicht begreift, dass er militärisch besiegt wurde und weiterhin besiegt werden wird, wird Präsident Trump dafür sorgen, dass er härter getroffen wird als je zuvor.“ Der Kernsatz: „Präsident Trump blufft nicht, und er ist bereit, die Hölle loszulassen. Der Iran sollte sich nicht noch einmal verkalkulieren.“
Gleichzeitig betonte Leavitt, die Verhandlungen mit Teheran dauerten an und seien „produktiv“ — ein Widerspruch, der die chaotische Kommunikationslage beider Seiten widerspiegelt. Auf iranischer Seite wies das Militärkommando Berichte über Gespräche zurück. Ein Sprecher der Streitkräfte sagte Reuters zufolge spöttisch, Trump verhandele offenbar „mit sich selbst.“
Irans Gegenplan: Ölmaut und US-Truppenabzug
Während die diplomatischen Signale widersprüchlich bleiben, enthüllte das Wall Street Journal eine erste iranische Gegenforderungsliste der Revolutionsgarden — und die hat es in sich: Abzug aller US-Militärstützpunkte rund um den Persischen Golf, Kriegsreparationen, ein dauerhaftes Angriffsverbot gegen den Iran und — besonders brisant — eine iranische Kontrolle über die Straße von Hormuz, verbunden mit dem Recht, von Schiffen eine Mautgebühr zu kassieren. Beide Seiten, wie 20min.ch festhält, gelten derzeit als „unrealistisch“.
Bodentruppen und Flugzeugträger unter Beschuss
Parallel zur Diplomatie läuft die Militärlogik. Wie zdfheute.de und oe24.at berichten, ordnete das US-Verteidigungsministerium die Verlegung von rund 2.000 bis 3.000 Soldaten der 82. Luftlandedivision in den Nahen Osten an. Spekulationen zufolge könnte als Ziel der wichtigste iranische Ölexporthafen auf der Insel Kharg im Persischen Golf dienen. CNN berichtete unterdessen, der Iran baue auf Kharg bereits Verteidigungsstellungen auf. Das iranische Militär meldete zudem einen Raketenangriff auf den US-Flugzeugträger USS Abraham Lincoln — die USA bestätigten das nicht.
Israel startete am Mittwoch eine neue Angriffswelle auf Produktionsstätten für Marine-Marschflugkörper in Teheran. Irans Revolutionsgarden reagierten mit Raketenangriffen auf Tel Aviv und US-Stützpunkte in Kuwait, Jordanien und Bahrain. Den G7-Außenministern bleibt am Donnerstag in der Nähe von Paris wenig Zeit für ruhige Diplomatie — es ist die erste Auslandsreise von US-Außenminister Marco Rubio seit Kriegsbeginn.
Quellen:
- oe24.at: „Hölle losbrechen!“ Trump droht Iran mit noch härteren Angriffen
- Euronews (de.euronews.com): Donald Trump „bereit, die Hölle loszulassen“: USA drängt Iran zu Friedensabkommen
- zdfheute.de: USA legen Plan für Kriegsende vor — Iran lehnt ab
- tagesspiegel.de: „Eingeständnis der Niederlage“: Irans Außenminister bestreitet Verhandlungsabsicht
- tagesspiegel.de: 15 Punkte aus Washington: US-Regierung übermittelt Teheran Friedensplan
- onvista.de (Reuters): Iran zeigt USA kalte Schulter — Bericht über 15-Punkte-Plan
- 20min.ch: Iran nennt Trumps 15-Punkte-Plan „unlogisch“ und lehnt Waffenruhe ab
- talzeit.de: Iran-Krieg News: Trump droht — „Sind bereit, die Hölle im Iran losbrechen zu lassen“
Credits: APA
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