Iran-Krieg: Trump bittet die Welt um Hilfe — und die Welt zögert

Iran-Krieg: Trump bittet die Welt um Hilfe — und die Welt zögert

Ein Krieg, den Trump begonnen hat, entwickelt sich anders als geplant. Die Straße von Hormus ist gesperrt, die Ölpreise explodieren — und nun bittet der US-Präsident ausgerechnet China und andere Mächte, die Scherben aufzukehren.

Was Trump auf Truth Social gepostet hat

Die Botschaft kam am 14. März auf Trumps Plattform Truth Social. Wie ZDF heute und ORF berichteten, schrieb Trump: „Viele Länder, insbesondere diejenigen, die von Irans versuchter Sperrung der Straße von Hormus betroffen sind, werden gemeinsam mit den USA Kriegsschiffe entsenden, um die Straße offen und sicher zu halten.“ Er nannte ausdrücklich China, Frankreich, Japan, Südkorea und Großbritannien.

Dabei hatte er noch am Tag zuvor angekündigt, die US-Marine werde selbst damit beginnen, Tanker durch die Straße von Hormus zu eskortieren. Wie der ORF berichtet, schwenkte Trump am Samstag um und drängte nun andere Länder zur Entsendung von Kriegsschiffen. Laut Handelsblatt blieb eine Anfrage von Reuters, welche Länder sich bereits konkret bereit erklärt hätten, vom Weißen Haus unbeantwortet.

Der Iran spottet — und hat einen Punkt

Teheran ließ die Gelegenheit zur Verhöhnung nicht ungenutzt. Wie ZDF heute berichtet, schrieb der Marine-Kommandeur der Revolutionsgarden, Aziz Reza Tangsiri, auf X: „Die Amerikaner haben fälschlicherweise behauptet, die iranische Marine zerstört zu haben. Dann haben sie fälschlicherweise behauptet, Öltanker zu eskortieren. Jetzt bitten sie sogar andere um Verstärkung.“

Irans Außenminister Abbas Araghtschi ergänzte auf X: „Die USA bitten nun andere, sogar China, um Hilfe bei der Sicherung der Straße von Hormus.“ Pikant daran: Wie t-online berichtet, verzeichnete die Straße von Hormus in der ersten Kriegswoche nur noch 78 Schiffsdurchfahrten täglich statt der üblichen 153 — darunter lediglich ein einziger Öltanker.

Warnung war da — Trump ignorierte sie

Laut Euronews war das Risiko der Blockade intern bekannt. Wie Euronews unter Berufung auf das Wall Street Journal berichtet, hatte der Vorsitzende des US-Generalstabs, General Dan Caine, Trump noch vor Kriegsbeginn gewarnt, dass der Iran versuchen könnte, die Straße von Hormus als Vergeltung zu sperren. Caine soll dem Präsidenten in mehreren Briefings mitgeteilt haben, dass US-Behörden im Falle eines Konflikts mit einer Blockade durch Seeminen, Drohnen und Raketen rechneten.

Die Reaktionen sind ernüchternd

Wie nau.ch berichtet, erklärte ein Sprecher der chinesischen Botschaft in Washington lediglich, China rufe zu einem sofortigen Ende der Kampfhandlungen auf, bestätigte aber keine Entsendung von Kriegsschiffen. Wie ZDF heute berichtet, schloss der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius die Beteiligung der Bundeswehr an einem Einsatz in der Straße von Hormus aus. Aus Japan kam eine abwehrende Reaktion.

Frankreich ist aktiver: Wie nau.ch und taz berichten, verlegt Paris rund zwölf Kriegsschiffe einschließlich eines Flugzeugträgerverbandes ins Mittelmeer und möglicherweise in die Straße von Hormus — aber einen festen Einsatzplan gibt es auch dort noch nicht.

Was bleibt

Weltwoche-Kommentator Wolfgang Koydl fasst das Dilemma pointiert zusammen: Ein Krieg, der begonnen wurde, um Irans Atomprogramm zu stoppen, habe eine Blockade der wichtigsten Öltransportroute der Welt ausgelöst — mit explodierenden Energiepreisen als direkter Folge. Und nun sollen andere die Folgen bewältigen. Für ein Abkommen mit dem Iran, wie ORF berichtet, zeigte sich Trump unterdessen nicht bereit: Die Bedingungen seien „noch nicht gut genug“.


Quellen:

  • Weltwoche
  • ORF: orf.at
  • ZDF heute: zdfheute.de
  • Handelsblatt: handelsblatt.com
  • Euronews DE: de.euronews.com
  • nau.ch
  • taz.de

Credits; APA

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