Iran-Krieg trifft Österreichs Geldbörsen: Was jetzt auf uns zukommt

Iran-Krieg trifft Österreichs Geldbörsen: Was jetzt auf uns zukommt

Die Angriffe Israels und der USA auf den Iran haben eine neue Energiepreisdebatte ausgelöst. Experten warnen vor steigenden Kosten – und die österreichische Regierung plant bereits gegenzusteuern.

Fiskalratschef schlägt Alarm

Klare Worte aus dem ORF-Studio: Wie die ORF-„Pressestunde“ berichtet, warnte Fiskalratspräsident Christoph Badelt unmissverständlich davor, dass der Angriff Israels und der USA auf den Iran die Energiepreise in Österreich zumindest kurzfristig nach oben treiben wird. Der globale Markt reagiere bereits jetzt auf den Ausfall iranischen Öls und die Blockade der Straße von Hormuz – jener Meerenge zwischen Iran und Oman, durch die täglich rund 13 Millionen Barrel Rohöl fließen. Das entspricht, wie Business Insider erläutert, etwa 20 bis 30 Prozent der weltweiten Versorgung.

Besonders brisant für Österreich: Durch die Blockade der Straße von Hormuz kann auch kein Flüssiggas mehr aus Katar geliefert werden. Wie schnell Ersatz gefunden wird, ist offen – und genau diese Unsicherheit treibt die Preise.

Inflation könnte auf 5 Prozent steigen

Wie das Österreichische Wirtschaftsforschungsinstitut (WIFO) schätzt, könnte die Inflationsrate bis Jahresende auf bis zu 5 Prozent ansteigen. Sollten sich alternative Transportstrecken für den Ölexport etablieren, könnten sich die Preise wieder stabilisieren – doch das bleibt vorerst Theorie.

Fiskalratspräsident Badelt sieht die wirtschaftliche Entwicklung Österreichs trotzdem noch nicht grundlegend gefährdet. Die gestiegenen Energiepreise dürften sich jedoch spürbar auf die Inflationsrate auswirken.

Analysten der Barclays Bank und Goldman Sachs malen indes düsterere Szenarien: Im Worst Case – einer dauerhaften Blockade der Straße von Hormuz – könnte der Rohölpreis der Sorte Brent auf bis zu 110 US-Dollar pro Barrel klettern.

Regierung kündigt Krisenmechanismus an

Die Bundesregierung reagiert. Wie Exxpress berichtet, kündigte Vizekanzler und SPÖ-Chef Andreas Babler an: „Wir brauchen einen Krisenmechanismus, der Österreich vor den hohen Energiepreisen schützt.“ Übergewinne auf Kosten der Bevölkerung werde man nicht akzeptieren. Details dazu werden derzeit zwischen ÖVP, SPÖ und NEOS verhandelt.

Dabei ist die Ausgangslage bereits angespannt: Wie der Präsident der Industriellenvereinigung Georg Knill im Klub der Wirtschaftspublizisten in Wien darlegte, liegen die Strom- und Gaspreise bereits jetzt noch immer doppelt so hoch wie vor der Coronakrise – und das ohne den Iran-Konflikt.

Ein bekanntes Muster

Österreich hat strukturell ein Problem: Wie Energieexperte Marc Hall gegenüber Kontrast erklärt, liegt die heimische Importquote bei Energie bei rund 80 Prozent. Das macht das Land besonders anfällig für geopolitische Schocks. Gleichzeitig steigen ab Jänner 2026 die Gas-Netztarife um 18 Prozent – das bedeutet für einen Durchschnittshaushalt rund fünf Euro mehr pro Monat, wie der Fachverband Gas Wärme (FGW) berechnet hat.

Wie lange der Konflikt andauert und ob er sich ausweitet, entscheidet letztlich, wie stark die Preise steigen. Badelt bringt es auf den Punkt: Das Ausmaß hängt von der Dauer und einer möglichen Eskalation ab. Sicher ist vorerst nur die Unsicherheit.


Quellen: ORF Pressestunde, WIFO, Exxpress, Business Insider, Nachrichten.at, Vienna.at, Kontrast.at, Fachverband Gas Wärme
Credits: APA

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