Mitten in laufenden Atomverhandlungen dreht der Iran die Daumenschrauben: Wer die Straße von Hormus befahren will, soll zahlen. Trump zeigt sich unbeeindruckt – und spricht trotzdem von „sehr guten Gesprächen“.
Das Nadelöhr der Weltwirtschaft als Druckmittel
Die Straße von Hormus ist keine gewöhnliche Wasserstraße. Wie die Internationale Energie-Agentur (IEA) berichtet, passiert rund ein Fünftel der weltweiten Erdöl- und Flüssigerdgas-Transporte diese Meerenge – jede Störung trifft die globalen Energiemärkte unmittelbar. Genau das weiß Teheran und spielt diese Karte nun offen aus. Wie das Handelsblatt unter Berufung auf iranische Staatsmedien berichtet, fordert der Iran von Schiffen, die die Meerenge passieren wollen, künftig Zahlungen – offiziell als Kostenerstattung für Sicherheit und Umweltschutz deklariert.
Wie die iranische Nachrichtenagentur Fars meldet, machte Irans Vizepräsident Mohammed-Resa Aref den eigentlichen Zweck unmissverständlich klar: Der Iran sei durch die Kontrolle der Meerenge in der Lage, wirtschaftlichen Strafmaßnahmen standzuhalten.
Mautstellen der Revolutionsgarden
Das ist keine leere Rhetorik. Wie das Fachmedium Lloyd’s List berichtet und die Legal Tribune Online bestätigt, hat der Iran in der Straße von Hormus bereits ein Mautstellen-System eingeführt: Schiffe müssen Unterlagen vorlegen, Freigabecodes einholen und eine von den Revolutionsgarden begleitete Durchfahrt durch einen einzigen kontrollierten Korridor akzeptieren. Juristen bewerten dieses Vorgehen als Verstoß gegen das völkergewohnheitsrechtlich verankerte Recht auf friedliche Durchfahrt.
Den Hintergrund liefert ein handfester militärischer Konflikt: Wie Wikipedia unter Berufung auf übereinstimmende Quellen dokumentiert, begannen US-Streitkräfte und israelische Streitkräfte am 28. Februar 2026 den Irankrieg, woraufhin die Revolutionsgarden noch am selben Tag die Sperrung der Meerenge ankündigten. Seither herrscht eine fragile Waffenruhe – der Streit um die Durchfahrtsrechte schwelt jedoch weiter.
Trump: „Damit können sie uns nicht erpressen“
US-Präsident Donald Trump reagierte auf die iranische Drohkulisse mit demonstrativer Gelassenheit. Vor Journalisten im Weißen Haus erklärte er, der Iran verfahre seit Jahren so – das könne Washington nicht erpressen. Gleichzeitig zeigte er sich optimistisch: „Wir führen derzeit sehr gute Gespräche. Es läuft wirklich sehr gut.“
Wie die Weltwoche berichtet, vermittelt Pakistan zwischen Washington und Teheran. Demnach habe der Iran neue US-Vorschläge erhalten und prüfe diese derzeit, ohne bislang darauf zu reagieren.
Druck von allen Seiten
Der internationale Druck auf beide Parteien wächst. Wie mehrere Medien übereinstimmend berichten, forderte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron die sofortige Wiederaufnahme der Verhandlungen und betonte, die Meerenge müsse ohne Kontrollen und Mautgebühren so schnell wie möglich wieder geöffnet werden. Auch der britische Vizepremierminister David Lammy drängte in Washington auf freie Schifffahrt.
Wie die Legal Tribune Online berichtet, signalisierte Bundeskanzler Friedrich Merz, Deutschland könnte sich unter bestimmten Bedingungen an einer Sicherung der Meerenge beteiligen – allerdings erst nach einem Friedensschluss mit dem Iran und mit einem tragfähigen UN-Mandat.
Die Uhr tickt: Von der vereinbarten zweiwöchigen Waffenruhe ist bereits eine Woche verstrichen – und eine Einigung ist noch nicht in Sicht.
Credits: wikipedia
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