Der Nahost-Raketenkrieg, der Kriegseintritt der USA und die drohende Sperre der Meeresstraße von Hormuz im Persischen Golf durch den Iran führt bereits zu ersten Öl-Preis-Steigerungen: Wirtschafts-Blogger berichten von Erhöhungen um bereits elf Prozent. Bleibt das so, werden alle Autofahrer und Spediteure in wenigen Tagen an den Tankstellen verzweifeln.
„Der Iran droht bereits ganz offen mit der Sperre der Straße von Hormuz. Die Ölpreise könnten weltweit explodieren – ein geopolitisches Pulverfass, das jederzeit hochgehen kann. Deutschland dürfte in diesem Szenario in eine Wachstumsrezession von minus ein bis minus fünf Prozent rutschen – je nachdem, wie lange die Blockade der Straße von Hormuz anhält. Besonders kritisch ist, dass die deutsche Wirtschaft sich ohnehin in einem geschwächten Zustand befindet aus uns allseits bekannten Gründen“, befürchtet der deutsche Wirtschafts-Blogger Emanuel Boeminghaus. Seine Warnung gilt natürlich auch für das viel kleinere Österreich, das aber aktuell in viel größeren wirtschaftlichen Problemen steckt – und auch noch ein gewaltiges Budget-Chaos zu verringern hätte.
Preissteigerungen befürchtet – jetzt geht es bereits los
Vor wenigen Minuten lieferte Boeminghaus die ersten Zahlen dazu auf X: „Erste Preissteigerungen um 11 Prozent!“ Erst morgen, Montag, kann dann mehr über die Gesamtentwicklung gesagt werden, aber auch die Charter-Firmen der großen Öltanker erhöhten bereits gewaltig ihre Preise, exxtra24 hat berichtet: www.exxtra24.at/oel-tanker-kosten-steigen-kommt-jetzt-die-spritpreis-bombe-der-mullahs/
So stiegen die Kosten für einen sehr großen Rohöltanker (VLCC=Very Large Crude Carrier) auf der Route vom Persischen Golf nach China von 19.998 US-Dollar pro Tag auf 47.609 US-Dollar innerhalb einer Woche. Diese Entwicklung wird auch bald alle Endverbraucher belasten.
Aber nicht nur der Import von Öl, sondern auch von LNG-Gas würde sich mit einer Sperre der Meeresenge von Hormuz durch den Iran massiv verteuern. Boeminghaus schreibt dazu auf X: „DeutschlandsGasspeicher sind derzeit nicht ausreichend für den Winter gefüllt. Bei einer Sperrung der Straße von Hormuz würden sofort täglich 6 bis 10 LNG-Tanker ausfallen, was den globalen Markt stark verknappen und massive Preissprünge auslösen würde – ähnlich oder schlimmer als während des Ukraine-Kriegs.“
Ebenso wäre Österreich von dieser drohenden Verknappung am Gas-Markt extrem betroffen – so beschloss ja bekanntlich die schwarz-grüne Ex-Bundesregierung die totale Abkoppelung Österreichs von den bisher verlässlich über Pipelines eintreffenden russischen Gaslieferungen.


Credit: Screenshot/APA
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